Horror am Bahnsteig

Betrunkener U-Bahn-Fahrer suspendiert

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Bahnhof Candidplatz: Hier geschah das Unglück.

München - Der U-Bahn-Fahrer, der mit 1,0 Promille im Blut einen Mann am Candidplatz überfahren hat, arbeitet seit 30 Jahren für die MVG. Nie gab es einen Grund zur Beanstandung. Jetzt wurde er suspendiert.

Auch ein nüchterner U-Bahnfahrer mit der denkbar besten Reaktionszeit hätte diesen Unfall wohl nicht mehr verhindern können. Und dennoch bleibt unterm Strich, dass der U-Bahnfahrer (61) eben betrunken war: Am Mittwoch gaben Polizei und MVG weitere Details zu dem Unglück am Candidplatz bekannt, bei dem ein Asylbewerber (25) Sonntagfrüh um 6 Uhr von der U-Bahn U1 (Richtung Mangfallplatz) überfahren und getötet wurde.

Vor den Augen einiger Fahrgäste torkelte der Mann aus Sierra Leone plötzlich zum Gleis, stürzte ab und wurde nur Sekunden später von der soeben einfahrenden U1 überrollt. Bei der Unfallaufnahme bemerkten Polizisten, dass der 61-jährige U-Bahnfahrer eine Fahne hatte. Der erste Alkoholtest noch vor Ort ergab einen Wert von knapp 1,0 Promille. In der Rechtsmedizin wurde ihm Blut abgenommen. Die Analyse dauert etwa eine Woche.

U-Bahn-Fahrer seit 30 Jahren bei der MVG

Der U-Bahn-Fahrer wurde sofort suspendiert. Nach Angaben der MVG handelt es sich um einen Mitarbeiter, der seit 30 Jahren anstandslos im U-Bahn-Fahrdienst eingesetzt war. Nach Sichtung der Videobilder, die den Unfall in allen Phasen aufzeichneten, sind sich die MVG-Experten einig, dass der Zug unter keinen Umständen mehr rechtzeitig zum Stehen hätte gebracht werden können. Das letzte Wort dazu hat jedoch der Gutachter.

Dorita Plange

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