Macht die geplante Brücke die Flatter?

Wegen Fledermäusen: Naturschützer wollen Giesinger Steg verhindern

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An der Heilig-Kreuz-Kirche wäre die Brücke für die Radler und Fußgänger wichtig.

Wegen Fledermäusen: Naturschützer wollen in München eine geplante Brücke über den Giesinger Berg verhindern.

München - Was wird aus der geplanten Brücke über den Giesinger Berg? Für Radler und Fußgänger wäre sie ideal. Doch es gibt Widerstände vom Denkmal- und Naturschutzamt, teilt der Bezirksausschuss mit. Denn im Turm der Heilig-Kreuz-Kirche auf dem Giesinger Berg nisten Wanderfalken und Fledermäuse. Macht der Steg die Flatter?

Zumindest scheint sich der Brückenschlag zu verschieben. Die Denkmalschützer führen zum einen optische Kriterien an: Der Brückenansatz an der vorderen Ecke der Kirchen-Terrasse würde die optische Dominanz des Gotteshauses schmälern. Zum anderen gebe es hier noch Baureste der Vorgängerkirche aus dem Mittelalter. Die würden wahrscheinlich vom geplanten Brückenfundament tangiert. Denkmal- und Heimatpfleger fordern nun eine Prüfung: Kann die Brücke nicht weiter talabwärts verschoben werden? Und noch mehr: Braucht es den Steg wirklich oder gibt es Alternativen?

Auch der Naturschutz ist besorgt. Eine Brücke könnte die Isarleite verändern, die für Stadtklima, Erholung, Landschaftsbild und Stadtbild wichtig sei. Und: Mehrere Biotopbäume müssten gefällt werden für die Brücke – doch die Bäume werden von Wanderfalken und streng geschützten Fledermausarten genutzt, die ihr Zuhause im Kirchturm der katholischen Heilig-Kreuz-Kirche haben.

Giesinger Steg: Stadt will wegen Bedenken neue Variante prüfen

Die Bedenken wiegen offenbar so schwer, dass die Stadt jetzt noch eine Variante prüfen will. So könnte sich das Planungsreferat das eine Brücken-ende ein Stück den Giesinger Berg runter vorstellen – noch hinter der vorhandenen Treppe. Allerdings: Auch dort steht die Mauer noch unter Denkmalschutz und darf nicht beschädigt werden. Und: Auch dort könnten im Boden noch Kirchenreste vorhanden sein. Zudem muss untersucht werden, ob der Steilhang die Brücke überhaupt tragen könnte. Auf Straße und Gehweg darunter soll es keine Pfeiler geben.

Zur Klärung soll nun zunächst für 140.000 Euro eine Machbarkeitsstudie erstellt werden. Bis Ende 2019 könnte ein Testentwurf vorliegen, der Grundlage für weitere Planungen ist.

Von der Heilig-Kreuz-Kirche soll ein Steg über den Giesinger Berg entstehen.

Ein Fragezeichen steht hinterm Naturschutz. Die Stadt braucht unbedingt eine spezielle artenschutzrechtliche Prüfung nebst Ausnahmegenehmigung. Wird die von der Regierung von Oberbayern verweigert, bedeutet es das Aus für das Projekt. Im Planungsreferat ist man jedoch optimistisch, dies mit einer „fledermausgerechten“ Brückenkonstruktion vermeiden zu können. Dazu sollen Fachleute konsultiert werden. Gibt es von allen Seiten grünes Licht, könnte es 2022 mit dem Bau losgehen. Bauzeit: rund ein Jahr.

Die besten und wichtigsten Geschichten aus diesem Teil Münchens posten wir auch auf der Facebookseite „Giesing – mein Viertel“.

ick

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