Mietstreit von Claudia Pielmann

Wohnungsdrama um Ex-Lindenstraße-Star hat endlich ein Ende

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Nach dem Sieg vor Gericht entspannt: Claudia Pielmann.

Claudia Pielmann, Ex-Lindenstraßen-Schauspielerin hat einen schier endlosen Streit mit ihrem Vermieter geführt. Die 53-Jährige wurde mit Klagen überzogen, doch sie gab nicht auf. 

München - Claudia Pielmann hat gewonnen. Und zwar sämtliche Prozesse, die ihr Vermieter gegen sie angestrengt hat. Er hätte die Miete erhöhen wollen. Begründung: Modernisierung. Nichts da, entschied das Gericht, und so zahlt die 53-Jährige nach wie vor 888 Euro warm für 46 Quadratmeter in der St.-Bonifatius-Straße (Giesing). Auch Kündigungsklagen scheiterten. „Ich habe mich nicht kleinkriegen lassen – zum Glück!“ Jüngster Erfolg: Zuletzt nahm die Gegenseite eine Räumungsklage vor dem Landgericht zurück. Dennoch habe sie „ziemlich Federn gelassen“, sagt Pielmann: „Ich habe sogar graue Haare bekommen.“

Streit wie in der TV-Kultserie Lindenstraße

Wie viele Klagen ihr Vermieter gegen die Schauspielerin angestrengt hat, das wisse sie gar nicht. „Irgendwann habe ich aufgehört, zu zählen. Ich schätze, es sind mehr als zehn“, sagt die 53-Jährige. Pielmann hatte in den ersten 46 Folgen der Lindenstraße mitgespielt – einer Fernsehserie, in der es in einem Münchner Mietshaus oft ziemlich rund geht. Dabei klingt ihre eigene Geschichte irrwitziger als das, was sich Drehbuchschreiber sonst so ausdenken…

Pielmann sagt: „Kurz gefasst ist es so, dass man mich raushaben wollte, als ich mich gegen unberechtigte Mieterhöhungen nach einer nicht vorgenommenen Modernisierung wehrte und stattdessen wegen Mängeln in der Wohnung die Miete minderte.“ Diverse Rechtsstreitigkeiten folgten. In der Wohnung, in der Pielmann seit zehn Jahren wohnt, ­stapeln sich bergeweise Akten. Rechnungen, Anwaltsbriefe, Klagen, ­Klageerwiderungen, Ladungen vor Gericht. Seit drei Jahren kommen meist wöchentlich neue Schriftstücke hinzu.

In diesem Haus lebt die Schauspielerin Claudia Pielmann.

Claudia Pielmann hat all die Jahre über jedes dieser Schriftstücke genau studiert – und dabei zum Beispiel die abenteuerliche Entdeckung gemacht, dass ihr Vermieter, die „Dr. Wagner Grundstücks GmbH & Co KG“ aus München, nicht existiert – sie ist weder im Handelsregister noch im Grundbuch eingetragen. Ebenso bemerkte sie, dass in der Begründung zur Mieterhöhung nach Modernisierung Belege wie Handwerkerrechnungen und Ähnliches fehlen, die beweisen würden, dass wirklich modernisiert wurde.

Trotz ihrer Siege ist Claudia Pielmann erschöpft. „Wenn man um die Wohnung streitet, dann geht es um die Existenz, und man kann nie abschalten“, sagt sie. Kraft gebe ihr, dass die tz berichtete. Und dass Mietervereins-Geschäftsführer Volker Rastätter sie lobt, sie habe sich all die Jahre über hervorragend gehalten und viel erreicht. „Ich möchte Mietern Mut machen, sich auch mal zu wehren“, sagt sie. Sie will weiterkämpfen. Denn in ihrer Wohnung habe es viele Mängel gegeben – Feuchtigkeit, nicht schließende Türen, ein kaputtes Bad und anderes. „Die Wohnung verfällt, der Vermieter muss was machen, notfalls muss man ihn zwingen“, sagt Claudia Pielmann. Für die tz war ihr Vermieter für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. 

Heizkosten zurück - Bei Edeltraud Cihlar (81) war die Rechnung überhöht

Edeltraud Cihlar war verzweifelt, als sie sich im Frühjahr an die tz wandte. Der Vermieter der 81-Jährigen rechnete plötzlich viel mehr Nebenkosten für ihre 70-Quadratmeter-Wohnung in Fürstenried ab als in all den 57 Jahren zuvor. So lange lebt die tz-Leserin schon in der Wohnung.

„Da stimmt was nicht. Das ist ja doppelt so viel“, sagte die Rentnerin. Sie ist sicher: An ihrem Heizverhalten hat sich nichts geändert… Sie schrieb viele Briefe, doch die Stadtwerke und die Abrechnungsfirma Brunata bestanden dennoch darauf, dass die Abrechnung richtig sei und sie nun eben 1601 Euro an Heizkosten bezahlen müsse.

Edeltraud Cihlar (81) zeigte uns die Abrechnung. Wie die hohe Summe zustande kam, konnte sie sich nicht erklären.

„Ich konnte gar nicht mehr schlafen. Ein Glück, dass ich mich an die tz gewandt habe“, sagt sie. Denn mittlerweile kann sie verkünden, dass sie über ein halbes Jahr lang gar keine Vorauszahlung zu leisten hat. Außerdem flossen 52 Euro auf ihr Konto zurück. „Herzlichen Dank an die tz, die Reaktion ist alleine auf ihre genauen Nachfragen zurückzuführen.“ Mieter haben übrigens das Recht, dass ihnen der Vermieter die Nebenkostenrechnung verständlich erklärt und die Belege dafür zeigt, erklären die Mieterschützer vom Mieterverein München.

Heizkosten-Hammer! Rentner muss 800 Euro nachzahlen

Weil er seine Heizkosten verringern wollte, zog Rentner Peter Behrendt in eine kleinere Wohnung. Bei der Abrechnung folgte dann der Nachzahl-Schock.

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Susanne Sasse

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