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Prozess am Amtsgericht

Zivilcourage bringt Helfer (28) ins Krankenhaus

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Andreas R. (28) mit seinem Anwalt Christian Steinberger (r.) am Dienstag vor dem Verhandlungssaal.

Sein rechtes Auge zertrümmert, seine berufliche Existenz gefährdet: Nun kämpft Sanitäter Andreas R. (28) vor Gericht für das, was ihm noch bleibt: sein Recht. Denn als er einen verletzten Tankwart rettete, wurde er selbst angegriffen. Nun soll er gegen den Täter aussagen.

Die Erinnerung an den Tag, der sein Leben komplett verändern sollte, trägt Andreas R. (28) bis heute in jedem Moment bei sich. Genauer gesagt: auf der Nase. Denn es ist seine Brille, die ihn zumindest Umrisse wieder sehen lässt, seit er von einem völlig Fremden schwer am Auge verletzt wurde. „Die ärztliche Behandlung ist noch nicht abgeschlossen“, sagt der Rettungssanitäter. „Mit der Brille reicht es wenigstens für den Alltag. Aber auf dem rechten Augen sehe ich nur noch 30 Prozent.“

Denn als er helfen wollte, wurde Andreas R. selbst zum Opfer. Am 21. September 2016 war er mutig dazwischen gegangen, als ein Tankwart angegriffen wurde. Wie jeden Tag hatte er zuvor seinen Rettungswagen in der Martin-Luther-Straße (Giesing) aufgetankt. „Plötzlich bekam ich einen Streit mit“, sagt er. „Ein Mann schlug auf den Kassierer ein.“

„Es ging so schnell, ich konnte kaum reagieren“

Da zögerte Andreas R. nicht lange und zog den Schläger weg, um Schlimmeres zu verhindern. Der Täter flüchtete – zunächst. Aber eine halbe Stunde später passte den Sanitäter vor einem nahe gelegenen Restaurant ab und rächte sich. „Er rannte auf mich zu und schlug mir seine halb volle Bierflasche von unten ins Gesicht. Es ging so schnell, ich konnte kaum reagieren“, sagt Andreas R., der bei der Attacke schwer am Auge verletzt wurde. „Ringsum steckten die Splitter in meinem Gesicht und sogar im Mund. Alles war voller Blut.“

Völlig benommen versucht Andreas R., sich zu schützen, aber er hat Glück und der Täter schlägt nicht weiter auf ihn ein. Wohl auch im Schrecken darüber, was seine Attacke angerichtet hatte. „Ich war stark benommen und versuchte, nicht in Ohnmacht zu fallen“, sagt Andreas R. Das hatte er als Rettungssanitäter gelernt.

Diagnose: Schädel-Hirn-Trauma

Es waren schließlich seine eigenen Kollegen, die ihm per Notruf zu Hilfe eilten und ins Krankenhaus brachten. Dort stellten die Ärzte ein Schädel-Hirn-Trauma fest. Wochenlang musste der Rettungssanitäter behandelt werden.

Seit der Verletzung kann er nicht mehr im Rettungsdienst fahren, seine berufliche Existenz steht auf der Kippe. „Leider wurde er in diesem Fall für seine Zivilcourage bestraft. Die gesundheitlichen Folgen sind gravierend“, sagt Anwalt Christian Steinberger, der Andreas R. vor dem Amtsgericht vertritt.

Dort steht Jerko S. seit Dienstag wegen Körperverletzung vor Gericht. Der Strafprozess gegen ihn wird erst Ende August fortgesetzt. Erst dann wird Andreas R. gegen seinen Peiniger aussagen. Ebenso wie der Tankwart, der am Dienstag fehlte.

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