Fehlalarm legt die S-Bahn lahm

München - Was zuerst wie ein Oberleitungsschaden aussah, war ein falscher Alarm - aber das konnte der wachsame Triebwagenführer ja nicht wissen. Doch die Stammstrecke wurde gesperrt - mit enormen Auswirkungen.

Als der Triebwagenführer am Montag um 14.45 Uhr mit der S-Bahn der Linie 8 in den Marienplatz einfuhr, sah er ein Oberleitungskabel wackeln und bekam dreimal Alarm in seinem Führerstand. Laut seinen Instrumenten drohte bei der Weiterfahrt mit dem Zug ein Kurzschluss. So hielt der Fahrer die S-Bahn an, ließ alle Fahrgäste am Marienplatz aussteigen und fuhr die leere S-Bahn bis zur Hackerbrücke. Der Zentrale meldete er einen Oberleitungsschaden. Die sperrte daraufhin ab 15.10 Uhr die Stammstrecke in der Innenstadt. Laut Bahnsprecher Franz Lindemair waren 80 Züge betroffen, und damit Tausende von Fahrgästen der S-Bahn. Die Techniker, die sofort zur Stelle waren, konnten jedoch keinen Schaden feststellen. So konnte die die Sperrung um 16 Uhr wieder aufgehoben werden.

„Fahrgastsicherheit hat oberste Priorität, alles ist vorschriftsmäßig gelaufen“, sagte der Bahnsprecher. Vielleicht sei auch die Anzeige in Fahrzeug kaputt gewesen, dies müsse man noch herausfinden.

Folgende Linien waren betroffen: Die Linien S 1 Freising/Flughafen, S 2 Petershausen sowie S 6 Tutzing endeten am Hauptbahnhof und hielten nicht an der Hackerbrücke. Die Linien S 2 Erding, S 4 Ebersberg, S 3 Holzkirchen und S 8 München Flughafen endeten am Ostbahnhof. Die S 3 aus Mammendorf fuhr nur bis Pasing. Die S 4 Geltendorf endete am Heimeranplatz und verkehrte ohne Halt bis München Pasing. Die S 7 Wolfratshausen endete am Hauptbahnhof und verkehrte bis Heimeranplatz. Die S 7 Kreuzstraße began und endete in Giesing, alternativ konnten die Betroffenen hier auf die U-Bahnlinien U2 Richtung Giesing oder U5 Neuperlach Süd ausweichen. Die S 8 Richtung Herrsching endete an der Donnersbergerbrücke. Die Linie S 20 verkehrte zwischen Deisenhofen und Mittersendling. Die Linie S 27 entfiel.

Susanne Sasse

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