Der Süden der Landeshauptstadt

Obersendling

Siemens ICN in Obersendling
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Der Hauptsitz der Netzwerksparte ICN der Siemens AG in München-Obersendling

Der Stadtteil Obersendling wird zum einen von ausgedehnten Grünflächen dominiert, zum anderen ist er ehemaliger Standort der Werksanlagen von Siemens. Die Siemens-Hochhäuser gehören bis heute zu den markanten Gebäuden des Viertels.

München – Obersendling wurde lange Jahre im Volksmund als „Siemensland“ bezeichnet. Der Konzern hat seine Produktion mittlerweile verlegt. Geblieben sind das Wohngebiet Siemenssiedlung sowie die sogenannten Sternhäuser, zwei 17-stöckige Hochhäuser aus den 1950er-Jahren. Unser brandneuer München-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alles, was in der Isar-Metropole passiert.

Obersendling: Lage, Daten und Fakten

Der Stadtteil Obersendling ist Teil des Münchner Stadtbezirks Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln. Seine Lage am südlichen Rand der bayerischen Landeshauptstadt sowie zahlreiche Grünflächen im Stadtteil sowie im Bezirk machen ihn zu einem beliebten Wohngebiet.

Obersendling erstreckt sich im Osten entlang den Bahngleisen der S7, im Westen bis zum Südpark. Nördlich grenzt der Stadtteil an den Bezirk Sendling-Westpark, südlich an den Stadtteil Solln. Die Verkehrsanbindung in die Innenstadt ist durch die U-Bahn-Linie 3 sowie die S-Bahn-Linien S7 und S20 gegeben.

Der gesamte Stadtbezirk Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln zählte laut Angaben der Stadt München im Jahr 2019 96.714 Einwohner auf einer Fläche von 1.776,31 Hektar. Das entspricht einer Bevölkerungsdichte von 54 Einwohnern pro Hektar.

Aus städtebaulicher Sicht ist Obersendling ein klassischer Mischbezirk, in dem sich Wohnbebauung mit Industrieanlagen abwechselt. Zu den Besonderheiten im Stadtteil gehören die Nachlässe des Unternehmens Siemens: Nachdem sich der Konzern aus dem Gebiet zurückgezogen hatte, entstanden neue Gebäude und Flächen. Das Stadtquartier „Südseite“ bietet seit 2013 Wohnraum für rund 2.000 Menschen und schuf 1.000 Arbeitsplätze.

Obersendling: Geschichte

Obersendling blickt auf eine lange Geschichte zurück. Erste namentliche Erwähnungen eines Ortes „Sentilinga“ stammen vom Ende des 8. Jahrhunderts. Im Jahr 1818 wurde Obersendling Teil der Gemeinde Thalkirchen und am 1. Januar 1900 mit dieser gemeinsam nach München eingemeindet.

Bis ins 19. Jahrhundert hinein war Obersendling kaum besiedelt. Historischen Aufzeichnungen zufolge befanden sich sieben Wohnhäuser aus dem Areal des heutigen Stadtteils. Das änderte sich nach dem Zweiten Weltkrieg schnell. Insbesondere die Tatsache, dass sich der Siemens-Konzern auf dem Areal des Stadtteils ansiedelte, war ursächlich für den wirtschaftlichen Aufstieg von Obersendling.

Siemens in Obersendling

Siemens errichtete bereits im Jahr 1927 ein Zweigwerk an der Hofmannstraße. Der Standort wurde nach dem Umzug von Berlin nach München zur Zentrale. In der sogenannten Siemenssiedlung entstand Wohnraum für die Mitarbeiter, darunter die „Sternhäuser“. Sie waren Anfang der 50er-Jahre die höchsten Wohngebäude von München. Das weithin sichtbare Siemens-Hochhaus, erbaut zwischen 1961 und 1963 an der Baierbrunner Straße, ist heute eines der Wahrzeichen von Obersendling.

In den 1990er-Jahren galt der Stadtteil als vorbildlich für die Verknüpfung von Wohn- und Arbeitsraum. Zum Ende des Jahrzehnts geriet die in Obersendling beheimatete Kommunikationsbranche von Siemens in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Zu Beginn der 2000er-Jahre stellte der Konzern die Produktion im Süden von München ein und gab den Standort auf. Das Gelände wurde verkauft und vollständig neu gestaltet.

Außer dem neuen Stadtquartier „Südseite“ mit Wohn- und Gewerbeflächen wurde auch der gegenüber des ehemaligen Siemens-Geländes gelegene Hermann-von-Siemens-Sportpark saniert. Aus der Fläche für Betriebsangehörige entstand ein Sportpark für jedermann, unter anderem inklusive Joggingstrecke, Fitness-Parcours und Schulschwimmbad.

Obersendling: Wichtige Gebäude und markante Punkte

Im Stadtteil Obersendling befinden sich folgende Sehenswürdigkeiten:

  • die Schießstätte der königlich privilegierten Haupt-Schützengesellschaft, heute als Biergarten Augustiner Schützengarten genutzt
  • die Pfarrkirche St. Joachim am Maisinger Platz mit geschwungenen Lamellenfenstern und spitzem Glockenturm als Besonderheit

Durch den gesamten Stadtbezirk Thalkirchen-Obersendling-Forstenried-Fürstenried-Solln ziehen sich zahlreiche Grünflächen und Naherholungsareale. Dazu gehören vor allem die folgenden:

  • das Isartal
  • der Forstenrieder Park
  • der Sendlinger Wald / Südpark
  • das Siemenswäldchen

Der rund 60 Hektar große Südpark gehört zum Stadtteil Obersendling. Er wurde Ende der 1960er- bis Anfang der 1970er-Jahre vom Sendlinger Wald zum heutigen Park umgestaltet.

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