Mord mit 18 Messerstichen

Katrins Killer soll in die Psychiatrie

Katrin Michalk († 31) wurde erstochen, jetzt muss sich Marco F. (19) vor Gericht verantworten

München - Jetzt muss der Killer von Ober­sendling vor Gericht! Die Staatsanwaltschaft hat nach mehr als sechs Monaten ihre Ermittlungen gegen den mutmaßlichen Messer-Mörder Marco F. (19) abgeschlossen.

„Wir haben eine Antragsschrift mit der Zielsetzung der Unterbringung bei der Jugendkammer eingereicht“, sagt Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch gegenüber tz. Das heißt: Marco F. soll nach dem Prozess nicht ins Gefängnis, sondern in die Psy­chiatrie!

Der Mord an der Verlagsangestellten Katrin Michalk († 31) versetzte die Münchner im Januar in Angst und Schrecken! Ihr Mörder lief drei Wochen lang frei herum – ehe die Soko Aidenbach von einem Jugendbeamten den entscheidenden Hinweis auf Marco F. bekam. Der Nachbarsbub soll Katrin Michalk auf dem Heimweg vom Fitnessstudio abgepasst und bis zu ihrer Haustür in der Halskestraße verfolgt haben. Im Hausflur dann die tödliche Attacke: Der 19-Jährige stach laut Polizei 18-mal mit einem Küchenmesser wie wild auf das Opfer ein. Sein irres Motiv: Er wollte offenbar in Katrins Wohnung einziehen!

In welch wirrer Welt der Berufsförderschüler lebte (siehe unten), brachten schon kurze Zeit später die Ermittlungen ans Licht. Daher wurde Marco F. sofort nach seiner Festnahme in die forensisch-psychiatrische Klinik nach Straubing gebracht. Nach tz-Informationen kam der Gutachter dort zu dem Schluss, dass Marco schuldunfähig ist. Aber auch gefährlich! Daher der Antrag auf die Unterbringung.

Da das Verfahren vor der Jugendkammer verhandelt wird, findet es höchstwahrscheinlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Immerhin soll Katrins Mutter Simone als Nebenklägerin die Chance bekommen, den Prozess im Saal mitverfolgen zu können.

Die Familie aus Sachsen will Antworten auf ihre quälenden Fragen. Etwa darauf, wie der körperlich unterlegene Marco F. Katrin überhaupt überwältigen konnte. Simone Michalk im Januar zur tz: „Ich verstehe das nicht. Katrin war eine große Frau. Sie konnte sich wehren, beherrschte Kickboxen. Sie war schnell. Er muss das Mädel von hinten erstochen haben.“

Sebastian Arbinger

Seine wirre Welt

Er wäre so gerne ein Held gewesen, so wie die Wesen in seiner Fantasie-Welt Final Fantasy, mit denen Marco F. viele Tage und Nächte an seinem Computer verbrachte. Der 19-Jährige war ein Einzelgänger, lebte zurückgezogen bei seiner Mutter und war den Nachbarn suspekt.

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