Ein Oberstaatsanwalt im Visier der Justiz

+
Oberstaatsanwalt Stern

München - Bayerische Strafverteidiger haben den Münchner Oberstaatsanwalt August Stern wegen Strafvereitelung im Amt angezeigt! Er soll den Gaddafi-Sohn Saif al-Arab vor einer bevorstehenden Hausdurchsuchung gewarnt haben.

Jetzt ermittelt die Nürnberger Justiz. Einen entsprechenden Bericht in der Süddeutschen Zeitung bestätigte die Sprecherin der Nürnberger Staatsanwaltschaft, Antje Gabriels-Gorsolke.

„Uns kommt es darauf an, darauf hinzuweisen, dass es zweierlei Recht nicht geben kann“, so der Münchner Anwalt Hartmut Wächtler, Mitglied der Initiative bayerischer Strafverteidiger, die das Verfahren ins Rollen gebracht hatte. Wächtler verteidigte unter anderem den Münchner Aktionskünstler Wolfram Kastner, weil dieser gegen den Papst demonstriert hatte: „Der musste wegen einer Lappalie vor Gericht.“

So luxuriös lebte der Gaddafi-Clan

Rebellen posieren im Eingangsbereich der Villa von Gaddafis Tochter Aisha auf einer goldenen Meerjungfrauen-Couch für ein Foto. © dpa/ap
Das Archivbild aus dem Jahr 2005 zeigt Gaddafis Tochter Aisha kurz vor einer Rede. © dpa/ap
Der Eingangsbereich ihres Hauses aus der Vogelperspektive © dpa/ap
Die Villa verfügt außerdem über einen riesigen Swimmingpool © dpa/ap
Auch eine kleine Bibliothek gehört zu dem Anwesen © dpa/ap
Rebellen machen sich an den Kleidern zu schaffen, die sie im Haus von Aisha Gaddafi gefunden haben © dpa/ap
Ein holzvertäfelter Raum mit Kleidern und anderen persönlichen Gegenständen wird von den Rebellen auf den Kopf gestellt © dpa/ap
Auch persönliche Fotos von Gaddafi-Tochter Aisha sind vor den Rebellen nicht sicher © dpa/ap
Ein Zimmer im Haus von Gaddafis Sohn Saif al-Islam © dpa/ap
Von vielen Zimmern der Villa hat man einen wunderschönen Panoramablick auf das Meer und den Strand © dpa/ap
Eine luxeriöse Whirlpool-Badewanne rundet die Einrichtung im Haus von Gaddafis Sohn Saif al-Islam ab © dpa/ap
In einem der Zimmer haben die Rebellen die Verpackung einer Magnum-Flasche treuen Champangners gefunden. © dpa/ap
Ein Kinderzimmer im Anwesen von Saif al-Islam, einem der Söhne von Gaddafi © dpa/ap
Auf einer Art Veranda der Villa befindet sich ein Jacuzzi © dpa/ap
Ein anderer Sohn des ehemaligen Diktators, Al-Saadi Gaddafi, hat Zellen in sein Haus einbauen lassen © dpa/ap
Auch er besaß eine Villa am Strand © dpa/ap
Rebellen haben sich auf der weitläufigen Terrasse des Anwesens von Moammar Gaddafi positioniert © dpa/ap
Rebellen haben sich auf der weitläufigen Terrasse des Anwesens von Gaddafi positioniert © dpa/ap
Eine Außenaufnahme der Villa von Gaddafi © dpa/ap
Ein großzügiger Raum in der Villa von Gaddafi-Sohn Al-Saadi © dpa/ap
Ein großzügiger Raum mit Meerblick in der Villa von Gaddafi-Sohn Al-Saadi © dpa/ap
Der Sohn des bisherigen libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi, Al Saadi, mochte schnelle Wagen, Yachten und Fussball. Seine Anwesen am Strand zeugte von seinen teuren Hobbys. © dpa/ap
Das Bild zeigt Safiya, die Frau von Gaddafi © dpa/ap
Das Archivfoto aus dem Jahr 2008 zeigt den ehemeligen Diktator Gaddafi © dpa/ap

Oberstaatsanwalt Stern wird vorgeworfen, bei einem Treffen mit lybischen Diplomaten im Juli 2007 eine bevorstehende Durchsuchung der Münchner Villa des Gaddafi-Sohns vorab angekündigt zu haben. Damit habe Saif al-Arab al Gaddafi belastendes Material rechtzeitig verschwinden lassen können. Die Durchsuchung seiner Hotelsuite und seiner Villa in Waldperlach war seinerzeit ergebnislos geblieben. Der Gaddafi-Sohn hatte von 2006 bis 2010 nach Angaben des bayerischen Justizministeriums elfmal die Polizei beschäftigt – unter anderem wegen einer Disco-Schlägerei und Fahrens ohne Führerschein. Ermittlungen wegen Waffenschmuggels wurden nach der erfolglosen Razzia eingestellt.

Der Vorfall hatte bereits für Wirbel im Landtag gesorgt. Die Grünen warfen Justizministerin Beate Merk eine jahrelange Sonderbehandlung des Gaddafi-Sohnes vor. Dabei seien „die Grenzen des Rechtstaates verschoben worden“.

Saif al-Arab soll während des Umsturzes in Lybien von NATO-Bomben getötet worden sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es dafür jedoch nicht.

tz

Auch interessant

Kommentare