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Sechs Banküberfälle: Fünfeinhalb Jahre Haft für Obstverkäufer

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Mit dieser Softair-Waffe (Nachbildung Walther P 99) überfiel der Obstverkäufer sechs Banken in Oberbayern. © Unfried

München - Ein Obstverkäufer mit einem Stand in Münchens nobelster Einkaufsstraße ist vom Münchner Landgericht wegen sechs Überfällen auf Banken im Umland zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten verurteilt worden.

Der 43-Jährige hatte von Juli 2007 bis April 2009 gut 114 000 Euro erbeutet. Er ist bei seinem letzten Raub gefasst worden und hat tags darauf die fünf vorangegangenen Überfälle eingeräumt, die ihm anderenfalls kaum hätten nachgewiesen werden können.

Das jüngste Verbrechen hatte er nach seinen Angaben für seinen Sohn verübt. Er habe von dessen Sparbuch 7000 Euro abgehoben, die er ihm zum 18. Geburtstag habe zurückgeben wollen. Als Motiv für die vorangegangenen Überfälle nannte der Angeklagte Spielsucht. Er sei vor und nach den Raubtaten im Casino gewesen, wo er in einem Fall 20 000 Euro der Beute in Höhe von rund 46 000 Euro verspielt habe. Bei den Überfällen war er stets maskiert und bewaffnet. Im letzten Fall konnte eine Bankangestellte unbemerkt den Alarmknopf drücken. Polizeibeamte in Zivil nahmen den Angeklagten am Hinterausgang des Geldinstituts fest.

Die Mindeststrafe für einen bewaffneten Banküberfall liegt bei fünf Jahren. Die Strafkammer blieb trotz der Vielzahl der Fälle nur um ein halbes Jahr über dieser Grenze. Ausschlaggebend war das “überschießende“ Geständnis des Angeklagten, der eine Art “Lebensbeichte“ abgelegt habe, begrüdete das Gericht.

dpa

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