Stadtwerke nehmen Stellung

Freibad-Frust: Zu spät auf, zu früh zu

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Ein Badegast springt im Schyrenbad ins Becken

München - Frühaufsteher stehen bei den Münchner Freibädern ähnlich oft vor verschlossenen Türen wie Spätschwimmer. Die CSU fordert nun eine Abhilfe gegen den Öffnungszeiten-Frust.

Der Sommer könnte auch für Werktätige so schön sein, wenn sie vor oder nach der Arbeit ein paar erfrischende Runden in den städtischen Freibädern schwimmen könnten. Doch sie stehen morgens und abends oft vor verschlossenen Türen. Denn die Freibäder sperren bis auf das Dantebad erst um 9 Uhr auf und schon um 18 Uhr zu – es sei denn, es ist sehr heiß. Nun fordern CSU-Fraktionschef Josef Schmid und Stadtrat Manuel Pretzl, die Öffnungszeiten auf den Prüfstand zu stellen.

Die SWM erklären die Schließungszeiten so: „Die SWM Badebetriebe benötigen eine Stunde Vor- und Nachlaufzeit, um bei Helligkeit den Müll auf der Liegewiese aufzulesen, die Becken zu saugen und die Beckenumgänge zu reinigen.“ Bei ausgeweiteten Öffnungszeiten sei das nicht möglich. „Das würde bedeuten, dass sich die Besucher in den Müll vom Vortag legen müssten.“ Berufstätige hätten die Möglichkeit, im Dantebad unter freiem Himmel oder in den Hallenbädern von 7 bis 23 Uhr zu schwimmen. Letztere seien wegen Schul- und Vereinssport und Kursen ohnehin geöffnet, so die SWM.

Außerdem heißt es: „Von rund 20 Freibadwochen im Jahr sind in einem durchschnittlichen Sommer in München mindestens zehn verregnet.“ Auch an Tagen, an denen nur zehn bis 20 Badegäste pro Tag kämen, müssten die langen Öffnungszeiten angeboten werden. „Wirtschaftlich ist dies in keiner Weise zu vertreten.“ Die Frage, ob die Bäder um 18 oder um 20 Uhr schließen, würde vom jeweiligen Badchef vor Ort entschieden. „Im Zweifel entscheiden wir uns zu Gunsten der Kunden für die längere Öffnungszeit bis 20 Uhr.“

J. Welte

Hier wird's nass: die Münchner Freibäder

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