Stadtwerke graben nach heißem Wasser

Öko-Offensive mit Erdwärme: Bohrplattform München

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Dieser Bohrturm grub in Sauerlach jahrelang in die Tiefe.

München - Der erste Schritt der Öko-Wende: Am Freitag feiern die Stadtwerke München (SWM) im Alten Rathaus mit viel Prominenz, dass sie jetzt so viel sauberen Strom erzeugen, wie alle Stadt-Haushalte und sie selbst mit U-Bahn und Tram verbrauchen.

Die tz stellt nach den Wind- und Sonnen-Projekten die Anlagen für Wasserkraft, Biogas und vor allem Erdwärme vor.

Erdwärme unter der Stadt

Die Erde als perfekter Öko-Energie-Lieferant: Das Innere ist glühend heiß – das drei bis fünf Kilometer unter der Stadt liegende Thermalwasser kann angebohrt und gefördert werden. Nach den Mega-Bohrungen in Riem und Sauerlach prüfen die Stadtwerke nun, ob sie an einem Dutzend weiterer Standorte in und um München nach dem heißen Wasser schürfen sollen!

Seit Anfang 2014 ist Sauerlach am Netz: Jahrelang grub ein Bohrturm in die Tiefe. Das heutige Kraftwerk ist unscheinbarer. Heuer wird Freiham angepackt. Vor einem Jahr kam im Rechnungsprüfungsausschuss die Prüfung der vielen neuen Standorte heraus. Das Werk in Sauerlach zeigt dabei, wie schwierig das Unterfangen ist: Der Start verzögerte sich um Jahre, die Leistung ist kleiner als erhofft, die Kosten explodieren. ­Darum will SWM-Boss Florian Bieberbach Geothermie künftig nicht mehr zur Stromproduktion einsetzen, sondern, um Fernwärme-Heizungen zu speisen.

Wasserkraft von der Isar

Die meisten der 13 Wasserkraftwerke sind streng genommen nicht Teil der Öko-Offensive – denn sie bestehen schon viel länger: Das Isarwerk 3 (Foto) an der Isartalstraße erzeugt seit 1923 saubersten Strom, die älteste Anlage, das Maxwerk am Maximilianeum, sogar schon seit 1895! Zur Energiewende hinzugekommen ist 2010 das Praterkraftwerk, das die SWM zusammen mit dem Münchner Partner Green City Energy betreibt. Das Besondere: Das Kraftwerk liegt an der Maximiliansbrücke unsichtbar unter dem Fluss! Es kann 4000 Haushalte beliefern. Weitere sind geplant.

Biogas aus dem Tierpark

Töröö! Wir sind die Öko-Elefanten von Hella­brunn! Dort betreiben die SWM eine Biogas­anlage: Tierdung und Futterreste werden vergoren und das Methan im Heizkraftwerk verbrannt. Die Stromproduktion entspricht aber nur dem Bedarf von 100 Haushalten. Bei Freising gibt’s noch eine Anlage.

dac

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