“Ausländische Untermenschen“ und „Kakerlaken“

OEZ-Amokläufer: Erschreckende, neue Details bekannt geworden

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Knapp ein Jahr nach dem Amoklauf, bei dem David S. neun Menschen tötete, wurde nun sein selbst verfasstes „Manifest“ veröfffentlicht.

Der Schock sitzt auch ein Jahr nach dem Amoklauf am Olympia-Einkaufszentrum noch tief. Was bewog den jungen Täter zu solch einer schrecklichen Tat? In einem „Manifest“ schrieb David S. seine Gedanken auf.

München - Knapp ein Jahr ist es nun her, dass David S. am Abend des 22. Juli 2016 am Olympia-Einkaufszentrum mit einer Glock um sich schoss und dabei neun Menschen tötete. Anfang März schloss das Landeskriminalamt seine Ermittlungen zu dem Fall ab und gab Ergebnisse bekannt. Demnach sei die gewaltsame Tat des 18-Jährigen vor allem auf die gestörte Gefühlswelt von David S. zurückzuführen, dessen psychische Probleme in erster Linie aufgrund von jahrelangem Mobbing durch Gleichaltrige verstärkt wurden. Er befand sich deswegen auch in psychotherapeutischer Behandlung.

Grüne fordern detaillierte Analyse des Tathergangs

Der Grünen-Fraktionsvorsitzenden im bayerischen Landtag, Katharina Schulze, war das jedoch nicht genug. Sie kritisierte gegenüber der Süddeutschen Zeitung erst kürzlich die aus ihrer Sicht mangelnde Informationspolitik der Staatsregierung. „Bei der Einordnung der Tat fehlt etwas. Erst auf Nachfragen kommen scheibchenweise Informationen“, sagte sie gegenüber der Zeitung. Grund für die Empörung der Politikerin ist insbesondere das jüngst intern veröffentlichte „Manifest“ des David S., das die bayerische Staatsregierung nun in Auszügen freigegeben hat. Auch dies geschah nur auf Initiative der Grünen, die sich mit den Ermittlungsergebnissen des LKA nicht zufrieden geben wollen.

Word-Dokumente mit erschreckendem Inhalt

Es besteht die Hoffnung, durch eine ausführliche Analyse der Word-Dokumente, die auf dem Computer des Täters gefunden wurden, ein genaueres Bild seiner Motive erstellen zu können. Da ist zum Beispiel die Datei, die den Namen „Mein Manifest.docx“ trägt. Die ersten Worte des Dokuments lauten der SZ zufolge: „Die Rache an diejenigen die mich auf dem Gewissen haben.“ Die folgenden zwei Seiten deuten auf rechtsradikales Gedankengut hin, mit dem sich der Jugendliche möglicherweise beschäftigt hatte: Sein Stadtteil (Feldmoching-Hasenbergl) sei mit einem „Virus“ infiziert und von „ausländischen Untermenschen“ und „Kakerlaken“ bevölkert, die er „exekutieren“ werde. Diese Worte schrieb David S. etwa ein Jahr vor seiner Tat, am 24. Juli 2015.

David S. - ein rechtsradikaler Attentäter?

Und es gibt noch mehr Hinweise auf eine rechte Gesinnung des David S.: Während einer Psychotherapie-Stunde soll er „Sieg Heil“ gerufen und den Hitler-Gruß gezeigt haben. Auch hegte er eine Faszination für den Rechtsradikalen Anders Breivik, der 2011 auf der Insel Utøya nahe Oslo 77 Menschen umbrachte

Am 22. Juli 2016, dem Tag des Amoklaufs, erstellte David S. eine weitere Datei mit dem Namen „Ich werde jetzt jeden deutschen Türken auslöschen egal wer.docx“. Darin schrieb er: „Das Mobbing wird sich heute auszahlen. Das Leid was mir zugefügt wurde, wird zurückgegeben.“ Dies spricht eher gegen eine politische Motivation und für die Schlussfolgerung der Ermittler, die davon ausgehen, dass massives Mobbing und psychische Probleme den jungen Mann zu der Tat antrieben.

Für die Angehörigen der Opfer dürfte das kein Trost sein, dennoch kann eine lückenlose Aufklärung des Tathergangs dazu beitragen, die Geschehnisse zu verarbeiten. Bald wird auf dem Grünstreifen vor dem Olympia-Einkaufszentrum ein Denkmal eingeweiht: Ein Gingkobaum, der von einem Ring umschlossen wird. Der Gingko ist ein Symbol für Frieden, Freundschaft und Hoffnung - Dinge, von denen im „Manifest“ des David S. nichts zu lesen ist.

lg

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