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Am OEZ: Schranke schlägt Mann die Zähne aus

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Diese Schranke am OEZ  hat Wolfgang Oberbacher die Schneidezähne zersplittert

München - Diese Geschichte ist wirklich zum Zähneknirschen! Wolfgang Oberbacher wollte eigentlich nur mit seinem Sohn im OEZ einkaufen gehen, als ihm ein böses Unheil widerfährt.

Einen Nachmittag mit dem Sohn verbringen, zusammen einkaufen gehen - so hatte sich Wolfgang Oberbacher seinen freien Tag vorgestellt, vergangenes Jahr im Sommer. Deshalb fahren die beiden Männer zum Olympia-Einkaufszentrum.

Wolfgang Oberbacher hofft auf Entschädigung für die kaputten Zähne.

Doch was dem Gröbenzeller dort passiert, verfolgt ihn bis heute: Als er mit seinem Sohn nach dem Shopping nichtsahnend zum Parkhaus läuft, passiert er zunächst einen Zebrastreifen. Jetzt sind es nur noch einige Meter zu seinem Parkplatz, da spürt er plötzlich einen dumpfen Schlag auf den Hinterkopf und sackt auf dem Asphalt zusammen. Minutenlang bleibt er benommen am Boden liegen, kommt erst langsam wieder zu sich. Der Sohn erklärt ihm schließlich: Papa, dir ist gerade eine Auto-Schranke mit voller Wucht auf den Kopf gekracht. Mit verheerenden Folgen: „Mir ist die vordere Schneidezahnreihe abgesplittert. Und ich hatte Prellungen am Kopf und der Halswirbelsäule.“

Malheur oder blöder Zufall? Darüber entscheidet am Donnerstag das Oberlandesgericht München (AZ: 1 U 1882/12). „Es geht hier um die Verletzung der Verkehrssicherungspflicht“, erklärt der Münchner Rechtsanwalt Florian Haußleiter, der Wolfgang Oberbacher vor Gericht vertritt. Das Opfer schwört Stein und Bein: „Die Schranke war den ganzen Tag lang oben - sonst wäre ich ja gar nicht drunter durch gelaufen.“ Seine Vermutung: Wahrscheinlich war die Elektronik der Parkanlage defekt. „Die blöde Schranke kam wie aus dem Nichts herunter. Das ist auch für andere Besucher gefährlich“, sagt der Unternehmer.

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In erster Instanz hat er den Prozess gewonnen. Mit dem Grundstückeigentümer konnte sich der Kläger aber nicht auf eine Schmerzensgeldsumme einigen - deshalb wird heute das Berufungsverfahren verhandelt. Für Wolfgang Oberbacher ist die Verzögerung ein großes Problem, denn die erforderliche Zahnbehandlung kostet rund 6000 Euro. „Ich bin selbstständig und kann das nicht einfach so bezahlen“, sagt der Gröbenzeller. Stattdessen muss er jetzt das Urteil abwarten. „Ich hoffe sehr, dass ich jetzt endlich Recht bekomme. Ich musste schon lange genug in den sauren Apfel beißen.“

Andreas Thieme

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