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Afghanen schneiden Landsmann Ohr ab: Nach den Warnschüssen von Taufkirchen werden Schockdetails bekannt

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Von: Nadja Hoffmann

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Zu den Warnschüssen kam es nahe der Autobahn-Auffahrt in Taufkirchen.
Zu den Warnschüssen kam es nahe der Autobahn-Auffahrt in Taufkirchen. © network-pictures.com

Der Fall schockiert und verwirrt zugleich: Nachdem eine Polizeikontrolle am Donnerstag in Taufkirchen eskaliert ist, werden weitere Informationen bekannt. Es zeigt sich: In dem auffälligen Auto saßen drei Afghanen. Einer davon war massiver Gewalt ausgesetzt. Warum ist völlig unklar.

Wild-West-Verhältnisse in Taufkirchen: Am Donnerstagabend hat die Meldung geschockt, dass die Polizei bei einer Verkehrskontrolle nahe der Autobahn Warnschüsse abgeben musste. Jetzt zeigt sich, dass die Geschichte, die hinter dem Vorfall steht, noch abstruser ist als angenommen. Denn der Fahrer des auffälligen Autos wurde nicht nur von seinen Beifahrern mit einer Pistole bedroht und heftig verprügelt. Sie haben ihm auch einen Teil seines Ohrs angeschnitten.

Hintergründe zu dem verstörenden Fall unklar

„Das Ohr wurde gefunden und konnte wieder angenäht werden“, teilte ein Sprecher des Polizeipräsidiums München mit. Ansonsten belassen es die Beamten in diesem verstörenden Fall, zu dem es auf der Hohenbrunner Straße gekommen ist, bei den Fakten. Die Hintergründe der filmreifen Szenen bleiben vorerst völlig unklar.

Die Spurensicherung blieb stundenlang vor Ort.
Die Spurensicherung blieb stundenlang vor Ort. © network-pictures.com

Fest steht: Das Opfer, ein 22-jähriger Afghane mit Wohnsitz im Landkreis München, war mit seinem Opel gegen 16.15 Uhr auf dem Verbindungsstück zwischen dem Kreisverkehr an der Tegernseer Straße und der Autobahn-Auffahrt Taufkirchen-Ost unterwegs. Genauso wie eine Streife der Polizeiinspektion Haar, die von einem Einsatz gekommen ist. Als der Fahrer in seiner misslichen Lage das Polizeiauto gesehen hat, ergriff er seine Chance. „Er ist in Schlangenlinien gefahren, um auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt Sprecher Sven Müller. Mit Erfolg. Die Polizisten erkannten die bedrohliche Situation und wollten den Opel stoppen. Der 22-Jährige kam ihnen zuvor: Er fuhr auf den Seitenstreifen und stieg hastig aus. Das hinderte seine afghanischen Beifahrer nicht, ihm nachzukommen und unvermittelt mit Faustschlägen zu beginnen. Dabei hielt ein 40-Jähriger eine Schusswaffe in Händen, die sich später als Schreckschusspistole herausgestellt hat. Ein Minderjähriger (15) war mit einem Taschenmesser bewaffnet.

Afghanische Beifahrer vor den Haftrichter

Die ohnehin schon abwegige Situation eskalierte, als der 40-Jährige seine Waffe trotz der eindringlichen Appelle der Polizisten nicht ablegen wollte. Erst nach drei Warnschüssen in die Luft kam er der Aufforderung nach. Die Beamten, die Unterstützung von einer zweiten Streife bekommen haben, mussten zudem ihre Schlagstöcke einsetzen, um die Beifahrer festnehmen zu können. Die Männer mit Wohnsitz in München kamen am Freitag vor den Haftrichter: Gegen beide wird wegen Bedrohung und gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

Ermittlungen der Polizei laufen

Bislang bleiben viele Fragen offen: Etwa, in welcher Verbindung die drei Afghanen zueinander stehen. Sind sie miteinander verwandt? Seit wann leben sie in Deutschland? Handelt es sich um ehemalige Asylbewerber? Dazu gab es von der Polizei keine Angaben. Genauso wie zu dem Grund für den Streit und die Gewalt-Eskalation: Er liegt bislang völlig in Dunkeln. „Das alles ist Teil der Ermittlungen“, heißt es am Freitag aus dem Präsidium.

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