Hoffen auf Volksfest-Spaß

Corona-Absage? Hofbräu plant schon für die Wiesn - Plan B gibt‘s dennoch

Bierproduktion: Über 650.000 Liter werden während der Wiesn im HB-Zelt getrunken
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Bierproduktion: Über 650.000 Liter werden während der Wiesn im HB-Zelt getrunken.

Ob heuer wieder auf dem Oktoberfest gefeiert werden kann? Die Brauerei Hofbräu ist optimistisch - und plant längst den Start der Bierproduktion für die Wiesn im Herbst 2021.

München - Es gibt viele schlechte Nachrichten von den Bierbrauern in diesen Tagen: Die niederländische Großbrauerei Heineken muss 8000 Stellen streichen. Andere Brauer fürchten, dass sie in den nächsten Tagen und Wochen hunderttausende Liter Gerstensaft vernichten müssen, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abläuft und keine Abnehmer in Sicht sind. Die Rede ist von Verlusten in Millionenhöhe. Aber es gibt auch Optimismus in der Branche: Hofbräu plant heuer mit der Wiesn in München*!

München: Oktoberfest-Pläne für 2021 - Müssen Brauereien massenweise Bier vernichten?

„Wenn alles gut läuft, dann wird ab Mai wieder Oktoberfestbier gebraut“, verkündet Hofbräu-Sprecher Stefan Hempl. Zunächst für den Export, das heißt vor allem für die Oktoberfeste in Asien und den USA, und dann ab Juni, Juli für die Wiesn – insgesamt rund 50.000 Hektoliter. Davon werden allein rund 658.000 Liter während der 16 Wiesn-Tage im Hofbräu-Zelt getrunken. Unterdessen landen zwei Bayern den Coup mit einem ganz besonderen Corona-Bier.

Noch ein Jahr ohne Wiesn, daran will Hempl gar nicht denken. Einen Plan B gibt’s wohl, aber darüber spricht man nicht. Lieber darüber, dass Biervernichtung bei Hofbräu kein Thema ist. Und zwar dank guter Planung. Hempl: „Der Lockdown hat sich ja abgezeichnet.“ Dementsprechend wurde die Braumenge gedrosselt. Und zwar um rund 20 Prozent. In einem normalen Jahr fließen bei Hofbräu ansonsten rund 360.000 Hektoliter in Tanks, Fässer und Flaschen. Haltbarkeit laut Hempl: neun Monate bis ein Jahr – in den Tanks auch länger.

Wiesn 2021? Hofbräu trotzt Corona-Pandemie mit Kurzarbeit und reduzierten Kosten

Dass Hofbräu-Bier im Gully landet, kommt deshalb so gut wie nie vor. Gleiches gilt übrigens fürs Augustiner, wie Dr. Martin Leibhard auf Anfrage unserer Zeitung versicherte. Zu Umsatzeinbrüchen möchte er sich nicht äußern. Seine Sorge gilt den Wirten. Augustiner hilft mit Stundungen.

Hofbräu kommt seinen Partnern in der Gastronomie noch mehr entgegen. Hempl: „Wer keinen Umsatz macht, zahlt auch keine Pacht.“ Dazu kommen Hilfen für die Begleichung von Nebenkosten. Hofbräu selbst reduziert die eigenen Kosten durch Kurzarbeit und Einsparungen. Hempl: „Es fallen ja viele Veranstaltungen wie zum Beispiel der Maibock-Anstich weg. Und damit ja auch Kosten.“ Nur die für die Wiesn stehen weiterhin fest im Plan. Auch wenn Augustiner-Chef Leibhard meint: „Im Zweifel geht die Gesundheit natürlich vor.“

Coronavirus-Pandemie: Der harte Lockdown in Deutschland wird bis zum 7. März verlängert. Ein Überblick über die aktuellen Corona-Regeln. (Wolfgang de Pont) *tz.de ist ein Angebot des Ippen Digital Netzwerks

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