1980 starben bei dem Anschlag zwölf Menschen

Oktoberfest-Attentat: Verfassungsschutz gibt brisante Info preis

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Der verwüstete Tatort des Oktoberfest-Attentats 1980

Berlin/München - Einem Bericht zufolge hat das Bundesamt für Verfassungsschutz nun erstmals offiziell zugegeben: Beim Wiesn-Attentat 1980 gab es Hinweise auf Mittäter.

Mehr als 36 Jahre nach dem verheerenden Anschlag auf das Münchner Oktoberfest sind offenbar neue Informationen öffentlich geworden. Einem Bericht der Bild-Zeitung zufolge hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) jetzt erstmals offiziell zugegeben: Es verfügt über Anhaltspunkte für weitere Täter neben dem lange Jahre als Alleinschuldigen vermuteten Rechtsextremen Gundolf Köhler.

„Es gibt in der beim BfV geführten Sachakte ‚Sprengstoffanschlag am 26. September 1980‘ Hinweise auf und Recherchen nach weiteren Tätern außer Gundolf Köhler“, habe das Bundesamt nun mitgeteilt, schreibt das Blatt.

Bundesamt hatte geschwiegen

Neu ist die These von mehreren Tätern an sich nicht. Angehörige, Opfervertreter, aber auch Politiker verschiedener Parteien hatten stets bezweifelt, dass ein einzelner Täter am Werk war. Allerdings hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz lange geschwiegen.

Nach Angaben der Bild gab das Amt die nun veröffentlichten Informationen erst nach einem Rechtsstreit und einem entsprechenden Urteil des Oberverwaltungsgerichts Nordrhein-Westfalen preis. Brisant ist seit langem die Frage nach möglichen V-Leute im Umfeld des oder der Attentäter. Informationen dazu veröffentlichte das Bundesamt allerdings nicht.

Fall neu aufgerollt - Querelen gehen weiter

Der Fall des Oktoberfest-Attentats war nach langen Jahren Ende 2014 neu aufgerollt worden. Als Grund gab die Bundesanwaltschaft an, es gebe neue Aussagen einer Zeugin. Die Frau hatte am Tag nach dem Anschlag Flugblätter gesehen, die Köhler als Helden feiern – dabei war dessen Name noch gar nicht bekannt gegeben worden. Generalbundesanwalt Harald Range wertete dies als Hinweis auf mögliche Mittäter.

Ursprünglich hatten die Ermittler den Studenten Köhler als Einzeltäter ermittelt und ihm private Motive für die Bluttat attestiert. Der Anhänger der neonazistischen „Wehrsportgruppe Hoffmann“ war bei dem Anschlag ums Leben gekommen.

Auch nach der Wiederaufnahme der Ermittlungen rissen die Querelen allerdings nicht ab. Im Dezember 2016 wurde der Leiter der zuständigen Soko abgesetzt - gegen ihn wurde in einem anderen Verfahren selbst ermittelt. „Der Wechsel erfolgte unter Einbindung des Generalbundesanwalts und mit ausdrücklicher Zustimmung des Soko-Leiters“, hieß es.

Das Oktoberfest-Attentat 1980:

Am 26. September 1980 hatte eine Bombe am Oktoberfest-Haupteingang zwölf  Wiesn-Besucher in den Tod gerissen und mehr als 200 verletzt. Es war der blutigste rechtsradikale Terroranschlag in der Geschichte der Bundesrepublik.

Eine interaktive Karte von merkur.de informiert Sie anschaulich über den Hergang der Tat.

fn (mit dpa)

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