Wir fragen die Wirte

Nach dem Aus für die Bremse: Wie teuer wird die Maß auf der Wiesn?

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Die Hand drauf haben beim Bierpreis wieder Wirte wie Wiggerl Hagn (links) und Toni Roiderer.

Die Bierpreisbremse für das Oktoberfest 2017 ist Geschichte. Doch wie teuer wird die Maß nun auf der Wiesn? Wir haben bei den Wirten nachgefragt.

Update vom 19. Juli 2017: Zwei Design-Studentinnen aus Nürnberg haben dieses Jahr den Wettbewerb um das offizielle Wiesn-Plakat gewonnen. Und so sieht es aus. 

Update vom 19. Juli 2017: Sie wollen wissen, wie viel das Essen heuer in den Festzelten kostet? Wir haben den Check gemacht.

Update vom 23. Juni 2017: Es ist immer eine der wichtigsten Fragen zur Wiesn: Was kostet die Mass? Wir haben bereits alle Bierpreise in den Festzelten auf dem Oktoberfest 2017 zusammengefasst.

München - Jetzt kommt es auf die Wirte an: Nachdem der Bierpreisdeckel im Stadtrat durchgefallen ist, hätten sie theoretisch freie Hand, die gestiegenen Sicherheitskosten einfach an die Gäste weiterzureichen. Das solle nicht geschehen, versichern die Wirte. Doch keiner will ausschließen, dass der Preis für die Mass durch die Elf-Euro-Decke rauscht!

Mit dem Bierpreisdeckel wollte Wiesn-Chef und Wirtschaftsreferent Josef Schmid (CSU) verhindern, dass in letzter Konsequenz die Wiesn-Besucher die volle Last der gestiegenen Sicherheitskosten zu tragen haben. Die Wirte, die künftig eine Umsatzpacht an die Stadt zahlen müssen, haben bei der Kalkulation der Preise weiterhin freie Hand. Kommt jetzt also die Elf-Euro-Mass?

Die Maß unter 11 Euro? Ausweichende Antworten

Die Antwort der Wirte ist ein vages Nein – ohne Gewähr. „Es wird sicherlich viele geben, die das Bier noch unter elf Euro anbieten werden“, sagt Siegfried Able (Marstall). Heißt: Die Marke könnte fallen! Dass der Bierpreis weiter nach oben geht, steht aber für Able außer Frage. Schließlich seien nicht nur die Sicherheitskosten gestiegen.

„Das Bier wird teurer, das ist doch logisch“, sagt Wirtesprecher Toni Roiderer (Hackerzelt). „Je nach Zelt haben wir bis zu 400 000 Euro mehr Sicherheitskosten.“ Dazu kämen höhere Rechnungen der Brauereien und der Dienstleister. Würden die Wirte das alles weitergeben, „dann wäre die Mass bei weit über elf Euro“, so Roiderer. Ricky Steinberg (Hofbräuzelt) hat die Familien im Blick: „Wenn wir die gestiegenen Kosten umlegen und nicht die Familien belasten wollen, dann muss das über den Bierpreis geschehen“, sagt er. Doch auch er versichert: „Wir legen nicht alles um. Deshalb wird der Sprung heuer nicht außergewöhnlich hoch sein. Wahrscheinlich bleibt der Preis unter elf Euro.“ Wirt Toni Winklhofer vom Festzelt Tradition erwartet „ganz normale Steigerungen. Wir werden mit Augenmaß vorgehen, um die unglückliche Diskussion zu entschärfen.“

Bürgermeister Josef Schmid will sich von solch unverbindlichen Versprechen für 2017 nicht beruhigen lassen: „Vielleicht erhöhen die Wirte den Bierpreis in diesem Jahr noch nicht exorbitant. Das wäre auch sehr unklug“, ließ er auf tz-Anfrage wissen. „Aber man darf davon ausgehen, dass es dann vermutlich nächstes oder übernächstes Jahr der Fall sein wird und der Preis für die Mass über elf Euro klettert.“ Das könne die Stadt jetzt nicht mehr verhindern, weil SPD und Grüne gegen den Bierpreis-Deckel gestimmt hätten, zürnt Schmid: „Mir fehlt dafür jedes Verständnis.“

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