Deckelung abgelehnt

Bierpreisdebatte im Stadtrat: Historisch einmalige Chance vertan

tz-Redakteur Sascha Karowski.

Der Münchner Stadtrat hat die Einführung einer Bierpreisbremse abgelehnt. tz-Redakteur Sascha Karowski kommentiert das. 

München- München wird stetig teurer. Die Mieten steigen, die Ausgaben für Essen, Trinken, Kleidung werden mehr. Das kann man aber nur bedingt der Stadtpolitik zum Vorwurf machen. Politik ist nur der Spielraum, den die Wirtschaft ihr lässt … Allerdings ist die Wiesn keine Veranstaltung eines privaten Ausrichters, sondern eine öffentliche Einrichtung. Und dort hätte der Stadtrat mit einer Bierpreisdeckelung sehr wohl Einfluss auf die Preisgestaltung. Diese historisch einmalige Chance hat der Stadtrat heute vertan. Es ist ideologisch nur schwer nachvollziehbar, dass sich hauptsächlich sozialdemokratische Mandatsträger gegen ein kommunales Regulierungs-Instrument stemmen. Die Begründung ist sogar noch abstruser. Die Bierpreisbremse wird abgelehnt, aus Angst,

die Wirte würden dann die Preise für Essen oder alkoholfreie Getränke erhöhen. OB Dieter Reiter sagte wörtlich: „Da gehe ich nach langjähriger Wiesn-Erfahrung davon aus, dass die Wirte das nicht als Verlust abgebucht, sondern andere Dinge verteuert hätten.“ Einen alternativen Vorschlag aber gab es derweil nicht. Konsequent wäre es aber tatsächlich gewesen, dann nicht nur den Preis für die Mass, sondern eben auch die Preise für das Essen und andere Getränke zu regulieren. So aber stiehlt sich eine Mehrheit des Stadtrates aus der Verantwortung. Und jede Erhöhung der Bierpreise in den nächsten Jahren darf fortan getrost als Sozi-Zuschlag bezeichnet werden.

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