Brauerei will „Großen Fünf“ Konkurrenz machen

Bierrevolution in München? Giesinger Bräu ist bald reif für die Wiesn

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Bau-Chef Stefan Wiegand (l.) vom Grundstückseigentümer Aurelis und Brau-Chef Steffen Marx freuen sich.

Es ist ein großer Schritt für Giesinger Bräu auf dem Weg zum Oktoberfest-Bier, wenn ab 2020 die erste Halbe gezapft werden kann, hier im Münchner Norden an der Detmoldstraße.

München - Am Donnerstag feierte die Giesinger Braumanufaktur den Spatenstich für ihre neue 4700-Quadratmeter-Brauerei „Werk 2“. Bisher konnte Giesinger Bräu im Werk 1 am Giesinger Berg „nur“ 10 000 Hektoliter jährlich brauen. „Immer auf Anschlag“, sagt Brauerei-Chef Steffen Marx (41). Die Menge soll sich im Werk 2 vervierfachen.

7000 Hektoliter pro Woche für die Wiesn

„Aber für die Wiesn müssen wir diese Menge auf 150 000 Hektoliter hochschrauben“, sagt Marx, „um ein Oktoberfest-Zelt zu beliefern, muss man bis zu 7000 Hektoliter pro Woche bereitstellen können.“ 20 Millionen Euro investiert der Giesinger-Chef daher in die neue Brauerei mit modernster Technik.

So soll die neue Brauerei in der Detmoldstraße aussehen.

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Dabei zählt Giesinger Bräu derzeit nicht einmal als Münchner Bier – eine wichtige Voraussetzung für das Oktoberfest. Dafür muss das Brauwasser aus der zweiten Grundwasserschicht kommen. Aber auch dafür will Marx bald sorgen. Auf dem 10 000 Quadratmeter großen Gelände lässt er für 500 000 Euro einen Tiefbrunnen bauen, sobald er die Genehmigung vom Referat für Gesundheit und Umwelt hat. „Hoffentlich ab Januar“, sagt Marx.

Drei Monate Bauzeit für den Brunnen - sonst ist es kein Münchner Bier

Drei Monate beträgt die Bauzeit für den Brunnen. Um in die zweite Grundwasserschicht zu gelangen, muss etwa 140 Meter tief gebohrt werden. „Nur hier ist das Wasser absolut rein“, sagt der Brauerei-Chef, „aber auch extrem kalkhaltig. Es muss entkalkt werden.“

Giesinger Bräu strebt langfristig nach einer kleinen Bierrevolution in der Landeshauptstadt. Neben den fünf Großen – Augustiner, Spaten, Hacker, Löwenbräu und Paulaner – möchte man der sechste große Name sein. Die fünf Dominatoren sind für Marx ein Vorbild. Beim Spatenstich witzelt er: „Giesinger gibt’s heute mit Spaten.“

Hüseyin Ince

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Der Fall Wiggerl Hagn (79) ist abgeschlossen, Tochter Stephanie Spendler (52) soll das Löwenbräuzelt übernehmen. Aber beim neuen Wiesn-Chef Clemens Baumgärtner ist der Ärger noch nicht ganz verraucht.

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