Der Oktoberfest-Pakt

Mit dieser Taktik wollen die Wiesn-Sprecher überteuerte Tickets beim Oktoberfest bekämpfen

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Ein Thema, das auch Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid beschäftigt, ist der Weiterverkauf von Reservierungen zu Wucherpreisen.

Dubiose Anbieter verhökern Tickets für Oktoberfest-Tische zu Wucherpreisen. Diesem Gebaren wollen die Wiesn-Sprecher einen Riegel vorschieben! Wie es funktionieren kann, zeigt ein Blick zum FC Bayern.

München - Das sind zwei, die sich verstehen: Peter Inselkammer (47, Armbrustschützenzelt) und Christian Schottenhamel (55, Schottenhamelzelt) sind neue Wirtesprecher auf dem Oktoberfest. Am Mittwoch wählten ihre Kollegen Inselkammer einstimmig als Nachfolger von Sprecher Toni Roiderer (73, Hackerzelt) und Schottenhamel als Nachfolger von dessen Stellvertreter Georg Heide (64, Bräurosl). „Wir wissen beide, wie der andere tickt“, so das neue Duo gestern. 

Kein Wunder, haben die beiden doch während der Wiesn sogar mal in einer Art WG im Haus des einen zusammengewohnt, während das Haus des anderen renoviert wurde. Und auch Themen, die sie angehen wollen, wissen die zwei schon: Die Ticket-Weiterverkäufe von Wiesn-Reservierungen zu Wucherpreisen sind ihnen ein Dorn im Auge. „Bei uns stehen oft Menschen in den Büros, die von dubiosen Anbietern einen Tisch für 2000 Euro gekauft haben“, sagt Schottenhamel. Ein Thema, das auch Wiesn-Chef und Bürgermeister Josef Schmid (48, CSU) beschäftigt, der den neuen Sprechern am Mittwoch zur Wahl gratulierte.

Ticket-Weiterverkäufe: Fall FC Bayern gibt Wiesn-Wirten Auftrieb

Schmid gibt ein Urteil des Landgerichts vom August Auftrieb. Inhalt: Der FC Bayern darf den Weiterverkauf von Tickets in den AGBs beschränken. Ein professioneller Tickethändler dürfe keine Karten für Spiele mehr anbieten, die er von anderen Personen erworben habe. „Die Fallkonstellation ist mit der Wiesn vergleichbar, wir verfolgen das Urteil mit großer Aufmerksamkeit“, so Josef Schmid zur tz.

Peter Inselkammer (l.) und Christian Schottenhamel sind neue Wirtesprecher auf dem Oktoberfest.

Doch: Der Fall ist eine Instanz höher gegangen und wird voraussichtlich im Juni vor dem Oberlandesgericht verhandelt. Auch das Thema Sicherheit auf der Wiesn und das Thema Umsatzpacht wollen die neuen Sprecher mit Wiesnchef Schmid bereden. Moderner gestalten wollen sie den öffentlichen Auftritt der Wirte. Wer derzeit etwa die Homepage

www.wiesnwirte.de

besucht, bekommt noch das Hippodrom statt des Marstalls präsentiert.           

WEI

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