Konzept vorgestellt

Sicherheit auf der Wiesn: Das planen KVR und Polizei

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Am Samstag beginnt wieder das Oktoberfest: Viele haben Bedenken wegen der Sicherheitslage. Doch die Polizei betont, es läge keine konkrete Bedrohungslage vor, die Sicherheitsmaßnahmen werden indes immer weiter verbessert. 

München - Auch wenn es keine konkrete Bedrohungslage gibt, die Münchner Polizei und auch das KVR feilen stets weiter an ihrem Sicherheitskonzept. Viele Maßnahmen sind geplant, welche genau, erklärten das Polizeipräsidium München und das KVR heute in einer gemeinsamen Pressekonferenz. 600 Polizisten werden insgesamt auf und um die Wiesn im Einsatz sein. Die werden heuer übrigens zum ersten Mal die neuen blauen Uniformen tragen. 

Was ist neu? 

Neue Lautsprecheranlage für das ganze Festgelände: Mit dieser lässt sich sowohl das gesamte Festgelände als auch Teile erreichen. So können Informationen oder Verhaltenshinweise direkt an alle Besucher weitergegeben werden. Über eine zentrale Steuerung kann die Polizei außerdem die Durchsagen und Lautsprecher in den Festzelten abschalten.

Überflugverbot auch für Drohnen: Über der Theresienwiese herrscht ein Überflugverbot im Radius von 5,5 Kilometern. Dies gilt auch für Drohnen! Außerdem haben die Überwachungskameras nun eine bessere Qualität.

Bodycams an Polizisten: Erstmals werden nun auch auf der Wiesn Bodycams an vier Einsatzgruppen der Polizei eingesetzt. Diese kleinen Kameras filmen das Blickfeld des Polizisten im Einsatz und signalisieren dem Gegenüber, dass er gefilmt wird. So haben die Bodycamps gleichzeitig eine Aufklärungs- und eine Abschreckungsfunktion. Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer rechnet dabei allerdings nicht „mit einer hundertprozentigen Erfolgsstory“. Denn durch die Bodycams ließen sich alkoholisierte Menschen wohl kaum beeinflussen.

Verschärfte Sicherheit am mittleren Wiesn-Wochenende: Möglicherweise werden die Sicherheitsvorkehrungen am mittleren Wiesn-Wochenende nochmals verschärft, denn am 24. September findet die Bundestagswahl statt. „Wir prüfen, ob eine Steigerung notwendig ist“, sagte Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer am Rande einer Sitzung im Innenausschuss.

Was bereits bekannt ist:

Messenger für die Polizei: Der Einsatz moderner Kommunikationsmittel hat sich offensichtlich auch bei der Polizei durchgesetzt. Deshalb werden die Beamten auch beim Oktoberfest 2017 mit Smartphones ausgestattet, damit sie Fotos und Videos schneller übermitteln können. Das soll der rascheren Aufklärung von Straftaten dienen.

Verbot von Rucksäcken und großen Taschen: Wie schon im letzten Jahr gilt ein Verbot von großen Taschen und Rucksäcken: Nur kleine Taschen dürfen mitgenommen werden, maximal erlaubt ist ein Volumen von drei Litern. Die Kapazitäten der Taschenaufbewahrungs-Stellen werden heuer verdoppelt. 

Damit niemand das Verbot umgehen kann, wird auch wie im letzten Jahr ein Zaun um das Festgelände errichtet. Ein Ordnungsdienst kontrolliert an den Zugängen. Die Mitarbeiter der Ordnungsdienstes haben das Recht, Inhalte von Taschen zu kontrollieren. 

Trennung von Lieferverkehr und Besucherverkehr: Das Festgelände ist für Besucher von 1.30 Uhr bis 9 Uhr gesperrt. Bisher durften Besucher das Gelände bereits um 8 Uhr betreten. Um 9 Uhr muss der Lieferverkehr das Gelände verlassen haben (2016 noch bis 10 Uhr). Somit gibt es keine zeitliche Überschneidung von Besucher- und Lieferverkehr mehr. Außerdem benötigt jedes Lieferfahrzeug eine Zufahrtsberechtigung. Alle Insassen der Fahrzeuge benötigen einen Zufahrtsbeleg, der personalisiert ist und nur in Verbindung mit einem Ausweis gilt. Diese werden nur nach einer Sicherheitsüberprüfung ausgegeben, so die Polizei. 

Verkehrskontrollen und Sperrungen: Es gibt auch heuer wieder einen mittleren und einen äußeren Sperrring um das Festgelände. Der mittlere Sperrring besteht vor allem aus Absperrungen wie Pflanztrögen, Schranken und Betonelementen. Diese sind so aufgestellt, dass auch auf Gehwegen keine Durchfahrt möglich ist. Alle Zugänge zur Wiesn sind mit Pollern gesichert. 

Zusätzliche Mobilfunkstationen, Notrufmelder und Rettungsfahrzeuge: Damit die Mobilfunknetze nicht überlastet werden können, errichten die Betreiber zusätzliche Mobilfunkstationen. Die Branddirektion installiert außerdem 28 Notrufmelder. 

Warn- und Informationssystem Katwarn speziell für die Wiesn: Die integrierte Leitstelle wird konkrete Informationen über sicherheitsrelevante Ereignisse auf dem Oktoberfest über die kostenlose App Katwarn verbreiten. Nutzer können hier speziell Benachrichtigungen zum Oktoberfest abonnieren. Außerdem enthält die offizielle Oktoberfest-App der Stadt München einen Geländeplan mit Live-Barometer, der anzeigt, wie voll die Zelte gerade sind, sowie Informationen zu Eingängen, Gepäckaufbewahrungen, Geldautomaten, Toiletten und Sicherheitsbestimmungen.

Regelung für Trachten- und Schützenumzug: Die getroffenen Regelungen entsprechen denen des Vorjahres: Die Festzugteilnehmerinnen und Festzugteilnehmer werden ausdrücklich von einigen Verboten befreit. Den Teilnehmern ist das Führen von traditionellen oder historischen Schuss-, Hieb und Stichwaffen erlaubt. Die mitgeführten Schusswaffen dürfen nicht geladen sein.

Betretungsverbote: Das KVR hat im Vorfeld der Wiesn bereits 16 gewaltbereiten Personen sowie acht Taschendieben Betretungsverbote für das Oktoberfest ausgesprochen. Die Betroffenen waren auf der Wiesn 2016 auffällig geworden. Weitere Betretungsverbote wird es für Personen geben, die auf der Wiesn 2017 Probleme machen. Mit diesen Maßnahmen haben KVR und Polizei in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen gemacht.

mm/tz

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