Neue Erkenntnisse?

Wiesn-Attentat: Führt die Spur in den Libanon?

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Das Mahnmal am Eingang der Theresienwiese erinnert an die Opfer des Oktoberfest-Attentats von 1980. 

Mehr als 35 Jahre nach dem schrecklichen Oktoberfest-Attentat, das zwölf Menschen das Leben kostete, prüfen die Ermittler Verbindungen des Wiesn-Attentäters in den Libanon. 

München - Bei den Ermittlungen zum Oktoberfest-Attentat von 1980 prüft die Bundesanwaltschaft auch Verbindungen der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ in den Libanon. „Ja, wir befassen uns damit und tun das umfassend, gründlich und ohne Zielvorgaben“, sagte die Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Frauke Köhler, der Münchner „Abendzeitung“ (Donnerstag).

Am 26. September 1980 hatte eine Bombe zwölf Wiesn-Besucher in den Tod gerissen und über 200 verletzt. Auch der Attentäter Gundolf Köhler starb. Er war Anhänger der rechtsextremen „Wehrsportgruppe“ gewesen, wurde aber als Einzeltäter eingeschätzt. Opfervertreter und Politiker verschiedener Parteien hatten daran immer wieder Zweifel geäußert. Inzwischen haben auch die Behörden Zweifel. Seit Dezember 2014 wird neu ermittelt.

Nach dem Verbot der „Wehrsportgruppe Hoffmann“ 1980 soll ein Militärgelände unter Kontrolle der Palästinensischen Befreiungsorganisation PLO den deutschen Rechtsextremen als Rückzugsort gedient haben. Die Bundesanwaltschaft hatte damals Erkenntnisse, dass Gefolgsleute von Karl-Heinz Hoffmann im Libanon erklärten, sie seien beim Oktoberfest-Attentat dabei gewesen. Jetzt würden diese Aussagen möglicherweise neu bewertet, heißt es in dem Bericht.

dpa

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