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„Nicht verramschen“: Aus für Rotes Kreuz auf der Wiesn besiegelt - BRK will sich wehren

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Von: Ramona Weise

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Seit 130 Jahren war das BRK auf der Wiesn im Einsatz. Nun ändert sich das.
Seit 130 Jahren war das BRK auf der Wiesn im Einsatz. Nun ändert sich das. © dpa/Marc Müller

Die Überraschung ist perfekt: Der kommerzielle Anbieter „Aicher Ambulanz“ aus München verdrängt das Bayerische Rote Kreuz (BRK) vom Oktoberfest.

München - Man habe ein Schreiben der Stadt München erhalten, dem zufolge der Zuschlag für die Wiesn-Sanitätsstation für die Aicher Ambulanz vorgesehen ist, teilte das Unternehmen nun mit. „Die Entscheidung der Stadt München unterstreicht unsere langjährige Kompetenz im Sanitätsdienst und der Notfallrettung. Wir werden diesen Auftrag professionell - aber auch mit Herz und Verstand - durchführen“, sagt Geschäftsführer Peter Aicher. 

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Die weltweite Bedeutung der Wiesn für die Landeshauptstadt München und für den Freistaat Bayern sei dem Unternehmen bewusst. „Wir setzen alles daran, für unsere Stadt, für die Münchner Bürger und die internationalen Besucher ein zuverlässiger Partner zu sein, und wünschen uns eine friedliche Wiesn 2018“, so Aicher. Jeder eingesetzte Kollege, ob ehrenamtlich oder festangestellt, werde eine Vergütung erhalten. 

Kommerzieller Anbieter bekommt den Zuschlag

Damit unterscheidet sich die Aicher Ambulanz vom BRK: Für die Körperschaft des öffentlichen Rechts hatten Ehrenamtliche bisher ohne Vergütung gearbeitet. Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk hatte im Vorfeld davor gewarnt, bei der Vergabe der Station nur auf den Preis des Angebots zu schauen. Ein Zuschlag für einen privaten Anbieter wäre ein „Schlag ins Gesicht“ für die 180 000 Ehrenamtlichen, hatte er gewarnt. 

Das BRK kündigte Widerstand an. „Diese Entscheidung werden wir nicht akzeptieren. Wir befürchten massive Einschränkungen für eine medizinisch sichere Wiesn.“ Anwälte seien dabei, rechtliche Schritte einzuleiten. Seit 2011 schreibe die Stadt den Sanitätsdienst „Oktoberfest“ aus. Der Preis sei das einzige Kriterium für die Vergabe. Das BRK kalkuliere mit einer schwarzen Null. „Unser Angebot ist transparent und leistungsgerecht.“

„Für uns ist der Wiesn-Dienst mehr als nur Engagement: Er ist unsere Herzensangelegenheit, die nicht „verramscht“ werden darf!“, teilte der Verband mit.

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Aus unserem Foto-Archiv - BRK vor der Wiesn 2017:

Ramona Weise/fn/dpa

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