Oktoberfest: Wird bald in drei Schichten gefeiert?

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In manchen Wiesn-Zelten wird im Akkord gefeiert.

Das größte Volksfest der Welt ist eine echte Hochleistungs-Wiesn: 103 000 Sitzplätze bietet das Oktoberfest am Tag – bei doppelter Belegung 206 000!

Hochgerechnet auf alle 16 Wiesn-Tage sind das 1,63 Millionen (bzw. doppelt belegt 3,26 Millionen) Plätze für erwartete sechs Millionen Besucher. Aber halt! Warum den einzelnen Platz nicht drei Mal belegen? Das würde eine weitere Kapazität von 1,63 Millionen schaffen…

Auf diese Idee sind auch die Wiesn-Wirte gekommen. In Käfer’s Wiesnschänke hat der Drei-Schicht-Betrieb längst Tradition – hier wird ja auch bis 1 Uhr Früh gefeiert. Sepp Krätz hat 2007 nachgezogen und im Hippodrom eine dritte Schicht am Nachmittag eingeführt, die Happy-Hippo-Hour. Heuer gibt’s im Hippodrom zusätzlich einen Frühschoppen. Wobei jeder Tisch „nur“ drei Mal belegt werden kann: Frühschoppen oder Mittagessen, Nachmittags- und Abendreservierung.

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Heuer neu: Erstmals geht auch Toni Roiderer den Weg der dritten Reservierungsschicht. Samstags, sonntags und am Feiertag, wenn die Zelte bereits um 9 Uhr öffnen dürfen, gibt’s in Roiderers Hackerzelt einen Frühschoppen von 9 bis 12.30 Uhr. Um 13 Uhr kommen dann bereits die Mittagsgäste. Bricht der Wiesn-Wirte-Sprecher damit endgültig die Lanze für einen neuen Trend?

Der Vorteil für die Besucher liegt auf der Hand: Ihre Chance auf einen der begehrten Tische erhöht sich drastisch. Nur, dass sie halt nicht so lange bleiben dürfen. Essen, trinken, gehen. Feiern im Akkord. Wiesn-Chefin Gabriele Weishäupl über den Vorteil der Wirte: „Die dritte Schicht ist eine unternehmerische Entscheidung des Wirts. Und die fällt in der Regel nicht zu seinen Ungunsten aus.“ Die Tourismusdirektorin trägt den Trend erst einmal mit, weil sie durch die kürzeren Sitzzeiten hofft, dass mehr Menschen über die Schaustellerstraße bummeln. Aber: „Drei Schichten sind die Obergrenze!“, so die Wiesn-Chefin. Vom Zukunfts-Szenario eines womöglich stündlichen Wechsels will sie nichts wissen.(Noch) nichts wissen von einer dritten Reservierungsschicht wollen die Wirte der restlichen elf großen Zelte. Hier bleibt es bei einer Mittags- und einer Abendreservierung, für die man Gutscheine abnehmen muss (s. Tabelle rechts). „Für mich ist das kein Thema – auf der Wiesn bleibt doch eh kein Platz leer“, sagt Winzerer-Fähndl-Wirt Peter Pongratz. Sein Bräurosl-Kollege Georg Heide will den Gästen, die ohne Voranmeldung kommen, nicht gänzlich die Möglichkeit nehmen, sich hinzusetzen. Hofbräuzelt-Wirt Richard Steinberg bringt es auf den Punkt: „Die begehrtesten Plätze sind nun mal die am Abend.“ Daran ändert auch ein Frühschoppen oder eine Happy-Hour am Nachmittag nichts. Im Angebot sind sie trotzdem. Zu folgenden Konditionen:

Wiesn-Zelte: Reservierungsschichten und Mindestverzehr

Hackerzelt:Frühschoppen am Wochenende: 9 – 12.30 Uhr, Mindestverzehr: 2 Mass und 5-€-Gutschein. Mittags: 13 – 17.45 Uhr. Abends: ab 18.15 Uhr, Mindestverzehr jeweils 2 Mass und ein halbes Hendl.

Hippodrom:Frühschoppen: 10 – 15 Uhr, Mindestverzehr 18 Euro. Mittags: 11 – 15 Uhr in der Box, im Mittelschiff bis 17.30 Uhr, Mindestverzehr: 28 Euro. Happy-Hippo-Hour (nur in Boxen und Galerie): 15.30 – 18.30 Uhr, Mindestverzehr 28 Euro. Abends: ab 18 Uhr im Mittelschiff, ab 19 Uhr in den Boxen. Mindesverzehr: 28 Euro.

Käfer’s Wiesn-Schänke:Reservierungszeiten sind um 11.30, 15.30 sowie um 19.15 oder 20 Uhr. Am Mittag und Nachmittag liegt der Mindestverzehr bei 35 Euro, am Abend bei 70 Euro.

sh./we.

Quelle: tz

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