Stadt debattiert über 9.000.000.000 Euro

Oly-Park, Kitas, Tunnels: Der Milliarden-Plan

München - Es geht um die Zukunft Münchens: In dieser Woche beschäftigt sich das Rathaus mit den Vorhaben und Visionen der nächsten Jahre. Die tz zeigt einige Punkte des Wunschzettels.

Stadtkämmerer Ernst Wolowicz (SPD) legt zwei Pläne vor – im Wert von fast neun Milliarden Euro! Wobei eine Hälfte realistisch finanzierbar erscheint, während die andere eher eine Art Wunschzettel darstellt.

Zum einen geht es um den Entwurf des neuen Mehrjahresinvestitionsprogramms bis 2016: Darin stehen Projekte im Wert von 4,5 Milliarden Euro! Kämmerer Wolowicz hält diese sogar ohne Neuverschuldung für umsetzbar. Der größte Brocken fließt wieder zurück an die Stadtwerke – 1,2 Milliarden Euro, mit denen vor allem die Öko-Wende finanziert wird. Darauf folgt der Bau von Schulen und Kindertagesstätten mit 1,1 Milliarden Euro. Fast 600 Millionen Euro sollen in den Bau von Straßen und Brücken fließen, Rund eine halbe Milliarde Euro ist für die Wohnungsbauförderung vorgesehen. Stimmen die Stadträte der fast 500 Seiten lange Liste zu, wird sie in den Ausschüssen des Stadtrats diskutiert und im Dezember endgültig beschlossen.

Zum anderen geht es in dieser Woche um die sogenannten „Großen Vorhaben“, die in der Summe fast 4,3 Milliarden Euro ausmachen – aber nicht in der Finanzierung sind. Und dabei ist die Sanierung oder der Neubau der Großmarkthalle im dreistelligen Millionenbereich noch gar nicht enthalten. Wolowicz mahnt: Geld könne nur in die Pflichtaufgaben der Stadt wie Schulen und Kinderbetreuung sowie in den dringendsten Erhalt von Gebäuden fließen. Dafür müsse die Stadt aber Schulden machen oder bereits beschlossene Ausgaben streichen. Die tz zeigt einige Punkte des Münchner Wunschzettels.

DAC

Unterführung: 10 Mio. €

Seit Jahren kämpfen die Nachbarn gegen den Bahnübergang an der Station Fasanerie, der pro Stunde 35 Minuten dicht ist. Sie dürfen hoffen: Eine Unterführung rückt auf dem Wunschzettel nach vorn. Nach ­einem Stadtratsbeschluss ist die Planung gesichert. Die Baukosten werden erstmals mit zehn Millionen Euro beziffert – sind aber nicht eingeplant. Baubeginn offen.

Gasteig: 286 Mio. €

Gleich mehrfach steht der Gasteig auf dem Wunschzettel: Der Stadtrat soll sich Anfang 2013 mit einem Dringlichkeitsplan zur Sanierung über 22 Millionen Euro befassen. Die eigentliche Sanierung des Kulturzentrums nach 2018 steht mit 214 Millionen Euro auf der Liste. Nochmal 50 Millionen Euro würde eine bessere Akustik kosten.

Oly-Park: 398 Mio. €

Das wird teuer: Im Sommer war schon von Sanierungskosten von bis zu 398 Millionen ­Euro die Rede – die finden sich jetzt auf dem Wunschzettel der Stadt wieder. Stadion und Eishalle müssen saniert werden, die Event-Arena steht zum Neubau an. Die Kämmerei weist in der Liste darauf hin, dass die Gesamtkosten von der künftigen ­Nutzung abhängen.

Ruffinihaus: 28 Mio. €

Der Block am Rindermarkt wurde 1905 nach den Plänen von Gabriel von Seidl errichtet – seit Jahren steht er zur Sanierung an. Die hat der Stadtrat vergangene Woche beschlossen. Kostenpunkt: 28 Millionen Euro ab 2015. Das Tourismusamt muss ausziehen, die Läden müssen zeitweise schließen.

Tunnels: 1 Milliarde €

Tunnels sind toll – aber auch teuer. Sie machen auf der Liste die größten Brocken aus. Auto-Röhren unter Englischem Garten, Landshuter ­Allee, Tegernseer Landstraße und Innsbrucker Ring sowie der Bahn-Tunnel in Johanneskirchen und eine U-Bahn im Zentrum könnten mehr als eine Milliarde Euro kosten – wenn sie jemals gebaut werden.

Rubriklistenbild: © dpa

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