Das Oly-Park-Puzzle

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Schön anzusehen, aber kompliziert: der Olympiapark. In der Mitte das Stadion, links dahinter die Event-Arena, vorn rechts die große Olympiahalle

München - Stadion, Große Olympiahalle, Event-Arena, Eissport-Zentrum: Die Zukunft des Olympiaparks wirft eine Menge Fragen auf. Die tz gibt einen Überblick.

Olympiastadion

Es ist das Aushängeschild des Parks. Und schon hier tut sich die erste Baustelle auf. „Es gibt hohen Handlungsbedarf“, sagt Huber – und meint Betriebstechnik und Brandschutz. Langfristig ist auch das Dach fällig. Wird teuer, geht in die ’zig Millionen. Aber wann? Und wie? Und ob überhaupt? Das Thema ist vertagt, soll bei einem runden Tisch besprochen werden. Die klare Meinung von Park-Chef Huber: „Es wäre ein Fehler, das Stadion nur noch als Denkmal zu nutzen.“ Es geht auch um Einkünfte. Huber: „Das Stadion macht fast ein Drittel des Gesamtumsatzes aus.“

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

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Große Olympiahalle

Hier kommen die Bayern-Basketballer ins Spiel. Aktuell kämpft die Erstliga-Mannschaft im Audi Dome, der ehemaligen Rudi-Sedlmayer-Halle. Wegen der alten Bausubstanz ist das aber irgendwann vorbei (wohl 2018). Dann brauchen die Bayern eine neue Heimat. Der Verein versichert: Das soll nicht in der künftigen eigenen Sportwelt in der Nähe der Allianz Arena sein, sondern im Olympiapark. Das Problem ist die Größe. Eine neue 10 000-Mann-Halle im Olympiapark wird’s nicht geben. Huber: „Das wäre eine Konkurrenz zur großen Olympiahalle.“ Und: Der EHC, der mit seiner Eishockey-Truppe als zweiter Mieter angedacht ist, braucht keine so große Halle. Schon gar nicht dann, wenn die Erstliga-Lizenz futsch sein sollte, was bald passieren könnte. Die Basketballer einfach in der großen Olympiahalle spielen lassen: Das funktioniert auch nicht, weil hier so viele Veranstaltungen stattfinden – da käme man sich mit dem Basketball-Spielplan in die Quere. Also braucht man nach Meinung des Park-Chefs eine neue mittelgroße Halle (etwa 7500 Zuschauer). Dorthin könnte man angestammte Veranstaltungen aus der großen Halle auslagern (etwa die BMW-Hauptversammlung). Damit wäre Platz für die Basketballer frei. Ob und wie das funktionieren kann, soll ein runder Tisch klären, besetzt mit Entscheidern der Stadt und mit dem Aufsichtsrat des Parks (der die Ursprungspläne gebremst und auf ein Gesamtkonzept gedrängt hatte). Aber das wird dauern – auch, weil zwischendrin Wahlen sind. Huber: „Unser Wunsch ist, dass wir nicht mehr als ein Jahr verlieren.“ Denn: „Mit Planung und Bauzeit sind wir sowieso locker bei fünf bis sieben Jahren, bis eine neue Halle steht.“

Event-Arena

Hier könnte ein Musical-Theater entstehen, aber auch das ist noch nicht entschieden. Im Hinterkopf ist die Möglichkeit, dass sich München nochmal für Olympia bewerben könnte. Dann, im Falle eines Zuschlags, würde der Platz fehlen. Sicher ist: Die bestehende Event-Arena hält nicht mehr allzu lang. Huber: „Das kann jederzeit zu Ende sein.“ Die Fläche ist ein möglicher Standort für die angedachte neue Halle.

Eissport-Zentrum & Co.

In Sachen Eishalle lagen die Planungen wegen der Olympia-Bewerbung auf Eis. Jetzt nochmal warten? Bis 2030, einem möglichen weiteren Winterspiel-Termin? Huber: „So lang wird die Halle definitiv nicht zur Verfügung stehen.“ Auch diese Fläche könnte für eine neue Halle genutzt werden. Diese Thema, die neue Halle, hat Priorität. Huber: „Spitzensport muss im Olympiapark stattfinden.“ Dagegen: „Trainingshallen, die viel Geld kosten, sind im Olympiapark nicht zwingend notwendig…“

hei

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