Olympia 2022: Grüne für Bürgerentscheid

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v.l.: Hep Monatzeder, Sabine Nallinger und Nikolaus Hoenning

München - Zwei von drei OB-Aspiranten der Grünen schließen eine Bewerbung zumindest nicht grundsätzlich aus. Viele bis in die Spitze der Öko-Partei fordern einen Bürgerentscheid.

Jetzt wird’s sportlich in Sachen Olympia: Die halbe Welt freut sich auf die Sommerspiele in London in drei Wochen – und in München gibt es politische Dehnübungen für 2022. Die Grünen sperren sich nicht mehr gegen die Jugend der Welt. Zwei von drei OB-Aspiranten schließen eine Bewerbung zumindest nicht grundsätzlich aus, wie die Umfrage der tz zum zweiten OB-Forum am Montag im Kolpinghaus (Stachus) zeigt. Viele bis in die Spitze der Öko-Partei fordern einen Bürgerentscheid, den man auch akzeptieren würde.

Die Münchner dürfen wieder von den fünf Ringen träumen, seitdem die USA auf eine Bewerbung für 2022 verzichten. Damit steigen die Chancen für Europa schlagartig. Einen Bürger­entscheid hatte Olympia-Befürworter OB Christian Ude (SPD) kurz nach der gescheiterten Bewerbung um 2018 angeregt. Dann würde das Thema vor der Landtagswahl 2013 nicht zum rot-grünen Streit taugen.

Morgen kommt das Thema auch in den Stadtrat. Die CSU will den OB auffordern, den Startschuss zur Bewerbung zu geben. „Ich bin der Meinung, dass unsere Bewerbung für 2018 sehr stark war und dass auch die Inhalte eine erneute Bewerbung rechtfertigen könnten“, antwortet Ude. Den Anfang müsse aber der Sportbund machen. Dennoch arbeitet der Olympiapark hinter den Kulissen längst weiter – das haben der OB und Deutschlands oberster Sportfunktionär Thomas Bach abgenickt. Nächste Aktion: Bei den Londoner Sommerspielen präsentiert sich die Stadt im Deutschen Haus

dac

Hep Monatzeder

Es ist ganz klar, dass es eine Befragung der Bürger zu Olympia 2022 geben muss. Das ist auch vielen im Stadtrat klar, nachdem so viel Geld in die Bewerbung um die Spiele 2018 geflossen ist. Die Grundvoraussetzung ist aber, dass der DOSB sich mit München bewerben will, dann erst sollten wir die Bürger fragen.

Sabine Nallinger

Bei Großereignissen kommen wir nicht mehr umhin, die Bevölkerung zu fragen. Einen Bürgerentscheid finde ich richtig. Grundsätzlich könnten wir zeigen, wie man im 21. Jahrhundert Olympische Spiele ausrichten kann – nämlich ökologisch und nachhaltig. Aber nur als Partner des IOC, ohne Blankoschecks.

Nikolaus Hoenning

Ich bin gegen die Spiele. Wir haben schon einmal Millionen an Steuergeld aus dem Fenster geschmissen. Garmisch ist nicht schneesicher, viel Geld geht an das IOC. Ich hoffe, dass sich die vernünftigeren Argumente durchsetzen. Wenn nicht, wäre ein Bürger­entscheid das letzte Mittel.

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