Olympia: Durchbruch im Grundstücks-Zoff!

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Erfolgreicher Vermittler: Staatskanzleichef Siegfried Schneider

München - Im heiklen Grundstücks-Streit von Garmisch-Partenkirchen ist Staatskanzlei-Chef Siegfried Schneider ein olympiareifer Verhandlungs-Coup geglückt.

Unmittelbar vorm Besuch der IOC-Kommission hat sich der strategisch wichtigste Landeigentümer zu weiteren Gesprächsrunden mit den Olympia-Machern bereit erklärt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir eine Lösung hinbekommen, um die benötigten Flächen nutzen zu können. Und ich betone dabei noch einmal ausdrücklich das Wort wir“, sagte der Minister der tz.

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Dieses – offenbar auch schriftlich festgehaltene – Ergebnis kann Schneider jetzt den Olympia-Kontrolleuren präsentieren, die ab Montag den Stand der Planungen in den drei Bewerberorten München, Garmisch und Berchtesgaden unter die Lupe nehmen. Konkret geht es um eine Wiese im Zielbereich der Kandahar-Rennstrecke. Sie ist für das Bewerbungskonzept in Garmisch von zentraler Bedeutung, wäre nur durch eine erneute Verlegung des finalen Pistenabschnitts zu ersetzen. Dieser Umbau würde viel Zeit und Geld kosten. Besitzer Max B. hatte bislang lediglich grünes Licht für die Ski-WM und die Weltcup-Rennen in den nächsten Jahren gegeben.

Eine Nutzung für die Winterspiele 2018 sei definitiv ausgeschlossen, ließen seine Anwälte verlauten – sogar in einem Brandbrief ans IOC. „Doch jetzt ist der Gesprächsfaden wieder aufgenommen“, wie Schneider spürbar erleichtert betont. Gemeinsam mit Max B. gelang es dem CSU-Politiker, den gordischen Knoten zu lockern – und zwar bei einem Gipfeltreffen Anfang vergangener Woche in München. Nach tz-Informationen nahmen daran neben den beiden direkten Verhandlungspartnern auch ranghohe Berater und Top-Juristen teil. Schneider selbst bestätigte zwar dieses Gespräch, wollte sich zum konkreten Inhalt aber nicht äußern.

Bei dem Treffen sollen sich beide Seiten konstruktiv aufeinander zubewegt haben. Am Schluss einigten sich der Staatskanzlei-Chef und der Grundstücksbesitzer auf einen Kompromiss: Sie hielten gemeinsam fest, dass es weitere Gespräche geben werde. Die strategische Absicht dahinter: Schneider kann dem IOC gegenüber Verhandlungsfortschritte vermelden, und Max B.’s Anwälte wahren ihr Gesicht. Schließlich vertritt die renommierte Münchner Kanzlei Labee & Partner an die 60 weitere Grundstücksbesitzer, die sich zu einem Olympia-Boykott zusammengeschlossen haben.

Sie bereiten der Bewerbungsgesellschaft allerdings keine größeren Kopfschmerzen. Denn neben dem Areal von Max B. brauchen sie zwingend nur die Flächen von weiteren fünf bis sechs Eigentümern. Für alle anderen existieren bereits Ausweichmöglichkeiten. In zwei bis drei der kritischen Fälle scheint nach übereinstimmenden tz-Informationen bereits eine Einigung in Reichweite gerückt zu sein. Und die will Schneider am liebsten noch vor seinem anstehenden Ausscheiden als Chef der Staatskanzlei und dem Wechsel zur Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) perfekt machen – sozusagen als sein olympisches Vermächtnis.

tz

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