Olympiadorf: So sehen die neuen Bungalows aus

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Supermodern und trotzdem mit altem Charme: Die modernisierten Bungalows im Olympiadorf.

München - Seit zwei Stunden wohnt Yvonne Neidhardt in ihrem eigenen Haus. Die 20-Jährige aus Ravensburg hat einen der neu gebauten Studenten-Bungalows im Olympiadorf bezogen.

Vor zwei Jahren wurde die gesamte Wohnanlage des Studentenwerks abgerissen (siehe Artikel unten). Nach über 30 Jahren waren die Bungalows, in denen 1972 während der Olympischen Spiele Sportler aus aller Welt wohnten, mehr als baufällig geworden: Schimmel an den Wänden, die Leitungen marode. „Die Häuser sind jetzt etwas kleiner“, sagt Anke van Kempen, Sprecherin des Studentenwerks. Statt vorher auf 24 Quadratmeter wohnen die Studenten jetzt auf 18 Quadratmeter. Dafür gibt es 200 der begehrten Quartiere mehr.

So schaut es im neuen Olympiadorf aus

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Yvonne Neidhardt kennt die Situation gut. Sie ist froh, dass sie kurz vor Vorlesungsbeginn noch eine Unterkunft gefunden hat. Auf der Warteliste des Studentenwerks stehen noch immer 1300. Yvonne Neidhardt hatte bei der Wohnhnungssuche Glück: Den Bungalow hat sie in einer Verlosung des Stundentenwerks gewonnen. „Zuerst war ich nicht so glücklich mit meinem Los“, sagt die 20-Jährige dem Münchner Merkur. Sie wäre lieber in eine WG gezogen, „um Leute um sich zu haben“. Da die alte Wohnanlage vom Denkmalamt unter Ensembleschutz gestellt worden ist, muss das alte Gesamtbild gewahrt werden. Die Apartments verteilten sich auf zwei Ebenen. In der Küche im Erdgeschoss ist es ein wenig dunkel, obwohl hier zwei Fenster neben der Tür eingebaut sind.

Yvonne Heidhardt überlegt, wie sie in dem schummerigen Raum eine Lampe anbringen kann, ohne zu Bohren. Das ist ihr laut Mietvertrag verboten. Erwünscht ist dagegen, das Beet vor der Haustür zu bepflanzen. „Da soll eine Clematis hin“, hat die Studentin entschieden. Einen Ableger bekommt sie von der Oma. Ansonsten hat die Studienanfängerin keine Möbel mitgebracht. Bett und Schreibtisch sind vorhanden. „Und es gibt so wahnsinnig viel Stauraum“, freut sich Yvonne. Gegenüber der Treppe befindet sich das kleine Badzimmer. Ganz in weiß gehalten und ohne den Schimmel von den Vormietern. Die schmale Treppe führt in die obere Etage. Ein Bettkasten, ein Regal, das zwischen Bett und Treppe steht und von beiden Seiten Fächer hat, bieten ebenfalls Platz. Auch der eigene Balkon gefällt der 20-Jährigen. Jetzt hofft sie auf nette Nachbarn. Auswahl hat sie genug. Wenn im Sommer 2010 alle Bungalows fertig sind, wohnen im Olympiadorf 1052 Studenten.

Ältere Bilder von den Baurabeiten im Olympischen Dorf

Das Olympiadorf wird wieder aufgebaut

Das Olympiadorf wird wieder aufgebaut
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Auf dem Gelände des Olympiadorfes finden seit August vergangenen Jahres umfangreiche Bauarbeiten statt. © Kurzendörfer
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Wegen Baufälligkeit wurde das Oly-Dorf abgerissen und neu aufgebaut. © Kurzendörfer
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Anstelle der alten Bungalows entstehen neue, allerdings kleinere Bungalows - mit 18 statt wie bislang 25 Quadratmetern. © Kurzendörfer
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Die ersten Bewohner sollen bereits im Wintersemester 2009 wieder einziehen. © Kurzendörfer
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Ab 2009 werden in der neuen Anlage 252 Studenten mehr leben können. Die Miete von 285 Euro soll nicht erhöht werden. © Kurzendörfer
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Ursprünglich hatte die Stadt München die Bungalows 1972 für die Olympischen Spiele gebaut. Damals wohnten dort Athleten. © Kurzendörfer
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Das Olympiadorf steht unter Denkmal- und Ensembleschutz. © Kurzendörfer

Kerstin Lottritz

Abriss-Party wurde zur Gewalt-Orgie

Die 800 Bungalows mit je rund 25 Quadratmetern wurden zwischen 1968 und 1972 für die Olympischen Spiele errichtet und danach an Studenten vermietet. Seit Frühjahr 2007 werden die Häuschen über einen Zeitraum von drei Jahren abschnittsweise abgerissen und denkmalgerecht neuerrichtet. Eine Abriss­party Anfang August 2007 eskalierte: Chaoten verwüsteten 225 Bungalows, die Gebäude standen teilweise in Flammen. Bei der Gewalt-Orgie nahm die Polizei zehn Personen fest.

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