Man mag es sich kaum vorstellen

Konzerte trotz Corona? Münchner Olympiahalle plant pfiffige Lösung - „nicht besonders lukrativ“

In der Kölner Lanxess Arena werden ab Samstag 896 Zuschauer in Plexiglasboxen Wincent Weiss (o.) zujubeln - das Konzept nennt sich „Arena Now“
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In der Kölner Lanxess Arena werden ab Samstag 896 Zuschauer in Plexiglasboxen Wincent Weiss (o.) zujubeln - das Konzept nennt sich „Arena Now“.

Wegen des Coronavirus herrschte in der Veranstaltungsbranche bis zuletzt Stillstand. Das ändert sich nun. Auch in München könnten bald wieder Konzerte stattfinden.

  • In der Veranstaltungsbranche herrschte aufgrund von Corona weitestgehend Stillstand.
  • Mit zunehmenden Lockerungen wird nun die Planung für Konzerte vorangetrieben.
  • Ein besonderes Konzept kommt in Köln zum Einsatz - und bald womöglich auch in der Münchner Olympiahalle.

München - Man kann es sich kaum noch vorstellen: Hautnah den Auftritt der Lieblingsband genießen und mit Tausenden anderen den Moment feiern. Seit Montag können sich Musikfans immerhin wieder über kleine Konzerte in Bayern freuen – draußen mit 100 Besuchern, drinnen mit 50, bald etwas mehr. Ein bisschen neidvoll mag da jetzt der Blick nach Köln wandern (wir berichteten).

Olympiahalle München: Kölner Konzept bald auch bei uns zu sehen?

Dort tritt Popsänger Wincent Weiss am Samstag vor fast 900 Menschen in der Lanxess-Arena auf! Und zwar völlig Corona-konform! Alle Besucher sitzen dazu in Plexiglas-Boxen. Arena Now nennen die Kölner Veranstalter Thomas Fasshauer und Tom Thomas ihr Konzept. Und die gute Nachricht für uns Münchner: Mit der Olympia­halle führen sie erste Gespräche.

„Die Idee kam uns, als die kölsche Rockband Brings in einem Autokino aufgetreten ist“, sagte uns Fasshauer. „Da war klar, es gibt einen Weg, wie man Bands weiter auftreten lassen kann.“ Nicht nur unter freiem Himmel – sondern mit allen Vorteilen, die Konzerthallen bieten: Lichteffekte, Tonqualität, Wetterschutz. Hier ist der Abstand der Schlüssel: Die Lösung des findigen Duos: Die Besucher sitzen in Cubes. Das sind Blöcke aus Plexiglas, in denen vier Personen Platz nehmen können, stets mit 1,5 Meter Abstand zum nächsten Block.

Tom Thomas (li.) und Thomas Fasshauer wollen ihr Konzept nach München bringen.

Die Lanxess-Arena in Köln wird am Samstag außerdem in fünf Zonen aufgeteilt. Jede hat einen eigenen Ein- und Ausgang, damit sich die Besucher nicht kreuzen. Auch beim Einlass gilt der Mindestabstand. „Außer am Platz selbst gilt überall die Maskenpflicht“, sagt Fasshauer. Ob das Konzept auch nach München kommt, „hängt natürlich von der bayerischen Corona-Schutzverordnung ab“, erklärt er weiter. „Die macht solche Konzerte derzeit noch nicht möglich. Wir gehen aber davon aus, dass auch in Bayern weiter gelockert wird. Dann sind wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort.“ 

„Arena Now“ soll nach München kommen: Das ist der aktuelle Stand

Tatsächlich habe die Olympiahalle schon Interesse gezeigt. Ein Sprecher sagte uns gegenüber: „Wir stehen noch am Anfang der Gespräche. Wir müssen uns jetzt erst mit den Veranstaltern zusammensetzen und besprechen, wie das Konzept konkret aussehen könnte.“ Vor allem über die Wirtschaftlichkeit mache man sich noch Gedanken. Zum Vergleich: 18.000 Zuschauer passen eigentlich in die Lanxess Arena – jetzt werden gerade 896 Platz nehmen dürfen. „Das ist für diese Zeit ein großes Publikum“, sagt Fasshauer, „aber natürlich nicht besonders lukrativ.“ Mehrere Sponsoren hätten sich beteiligt. „Wir wollten in erster Linie den Künstlern die Möglichkeit geben, wieder aufzutreten“, sagt er. „Und wir hoffen darauf, dass mit den Lockerungen auch irgendwann mehr Menschen kommen.“ 

Die Kuben seien so ausgelegt, dass mit zunehmenden Lockerungen auch acht Besucher darin sitzen könnten. Die Ticketpreise beginnen bei 40 Euro. „Das Konzert von Wincent Weiss war innerhalb von zwei Stunden ausverkauft“, so Fasshauer. Deshalb habe man gleich noch zwei Konzerte von ihm geplant.

Felix Jaehn und Don Diablo stehen auch schon auf dem Programm. Fassbender: „Nena hat ebenfalls schon für Konzerte im Juli zugesagt.“

Der Chef des Veranstalters Eventim äußerte sich wenige Wochen zuvor über die Aussicht auf baldige Konzerte - und sprach über das „Berufsverbot für die ganze Branche“:

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