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Konzertkritik

George Ezra in der Olympiahalle: Schwiegermamas Liebling

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George Ezra fühlte sich sichtlich wohl in der Olympiahalle.

George Ezra hat am Mittwochabend in der Olympiahalle eines seiner Konzerte gespielt. Wir haben die Konzertkritik. 

Ein kleines bisserl klischeehaft ist das Ganze ja schon. George Ezra, schwarzes Hemd, schwarze Bundfaltenhose, die Haare brav gescheitelt, will offensichtlich gar nicht den Eindruck machen, als sei er ein wilder Rocker. Die Rolle von Schwiegermamas charmantem Liebling steht ihm viel besser, das scheint er selbst zu wissen. Außerdem kreischen ihm ja auch die Töchter ihre Liebesbekundungen entgegen, als er anmoderiert vom Radio-Einspieler die Olympiahalle entert und sich mit diesem unwiderstehlichen Akzent als „Dschooadsch“ vorstellt.

George Ezra in der Olympiahalle: Von Barcelona bis Budapest

Konzerte des gerade noch 25-jährigen Briten mit dem knödeligen Bariton und der beeindruckenden Band sind eine musikalische Interrailreise, die herrlich entschleunigt von „Barcelona“ bis „Budapest“ führt. Mit Musik, die nie nach belanglosem Gedudel klingt und unweigerlich zum Mitsingen und Mitwippen animiert. Viele seiner folkpoppigen Lieder hat der Singer-Songwriter auf Reisen geschrieben. Auch wenn die meisten Fans in der ausverkauften Halle die Genese der Hits schon kennen, macht es Freude, ihm beim Erzählen zuzuhören. So amüsant und humorvoll wechselt er Songs und Geschichten ab.

Abgesehen davon: Auf der gemütlich eingerichteten, schummrig beleuchteten Bühne in Wohnzimmeroptik samt Topfpflanzen und Stehlampen kommt schnell kuschelige Wohlfühlatmosphäre auf. Dabei mutet das Ganze so bieder an, dass es schon wieder cool ist - und das ist ein ernstgemeintes Kompliment.

George Ezra: Abende, die glücklich machen

George Ezra gehört zu den wenigen Künstlern der aktuellen Popkultur, die man auch dem ganz jungen Publikum bedenkenlos ans Herz legen kann und will. Man könnte kaum besser in die Welt des Pop-Rock eingeführt werden. Unaufgeregt, sympathisch und erstaunlich vielseitig sind Musik und Künstler gleichermaßen. Das kann man gar nicht schlechtreden, so gut hört sich das an. Es ist einer dieser Abende, die glücklich machen. Mit handgemachten Musikmomenten voller Charme von einem, der so viel mehr kann, als Schwiegermamas Liebling zu sein.

Kathrin Brack

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