Olympiapark: Die Kosten rasen hoch

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Einmalig schön, aber auch ziemlich teuer: Der Olympiapark wird mehr und mehr zum Zuschussgeschäft.

München - Der Aufzug rast und rast nach oben: Die Kosten für den Olympiapark steigen immer weiter! Die Stadt soll statt 80 jetzt 140 Millionen Euro zahlen.

Nach tz-Informationen rechnet die Stadt damit, in den nächsten Jahren statt knapp 80 Millionen Euro über 140 Millionen Euro in den laufenden Betrieb pumpen zu müssen. Diese Nachricht der städtischen Tochtergesellschaft muss Wirtschaftsreferent Dieter Reiter (SPD) dem Stadtrat nach den Osterferien beichten. Und der Aufzug wird wohl weiterrasen.

Fast genau 40 Jahre sind die Sommerspiele her, der Olympiapark ist eine steinerne Erinnerung an die Tage, in denen München vom Weltdorf zur Weltstadt wurde – mit allen Höhen und Tiefen. Der Beton bröckelt.

Die jüngste Kostenexplosion hat zwei Ursachen: In der Olympiahalle müssen Betriebstechnik und Brandschutz erneuert werden und heuer braucht der Olympiapark fast doppelt so hohe Zuschüsse, als bislang geplant. Und diese Steigerungen ziehen sich bis 2016.

Baustelle 1: Fast 68 Millionen Euro hat die Stadt schon in die Olympiahalle gesteckt – für Modernisierung, Umbau und eine neue Decke. Dass die Technik weiter modernisiert werden muss, ist bekannt. „Der brandschutztechnische Zustand entspricht nicht mehr den Gesetzen und technischen Richtlinien“, urteilt ein Gutachter. Bislang veranschlagte man 30 Millionen Euro. Im März war noch auf Anfrage der CSU von 34 Millionen Euro die Rede. Jetzt sind es sehr viel mehr.

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

München von oben im Vergleich: 1962 und 2011

Die Stadtwerke würden die Halle am liebsten zwei Jahre für eine Express-Sanierung dicht machen – selbst in diesem Fall würden die Kosten schon 39,4 Millionen Euro betragen. Doch Olympiapark und Aufsichtsrat machten einen Strich durch die Rechnung. Technik und Brandschutz sollen im laufenden Betrieb bis 2019 modernisiert werden – für 48,9 Millionen Euro! Dies empfiehlt Wirtschaftsreferent Reiter dem Stadtrat: „Selbstverständlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Sanierungsmaßnahmen aufgrund des Alters des Gebäudes folgen müssen.“

Die Substanz ist eben 40 Jahre alt, argumentiert auch der Olympiapark. Sprecher Arno Hartung erklärt: „Die neuen Beträge sind das Ergebnis der genauen Untersuchungen.“

Baustelle 2: Zusätzlich kommt die Gesellschaft heuer nicht mit dem bislang geplanten städtischen Zuschuss von 15,3 Millionen Euro aus. Fast das Doppelte ist nötig! Baumaßnahmen wurden von 2011 ins laufende Jahr verschoben, das Geschäft läuft etwas schlechter als geplant, außerdem muss der Olympiapark Umsatzsteuer zahlen. Macht unterm Strich Mehrkosten von 12,2 Millionen Euro. Bis ins Jahr 2016 summieren sich die geplanten Zuschüsse der Stadt auf 36,1 Millionen Euro!

Beides zusammen – Technik und Brandschutz sowie Betrieb bis 2016 – schießt den Kosten-Aufzug von geplanten 79,9 Millionen Euro auf bis zu 144,3 Millionen Euro!

Doch noch ein Unheil droht der Gesellschaft, warnt Reiter: Der Olympiapark könnte ein Fall für die Wettbewerbshüter der EU werden! Seit Januar müssen nämlich alle Beihilfen ab 15 Millionen Euro pro Jahr gemeldet werden, damit sie auf Zulässigkeit geprüft werden können. Weil die städtische Gesellschaft da locker drüber kommt, basteln Wirtschaftsreferat und Kämmerei an einer neuen Struktur, damit die Zuschüsse erheblich kleiner ausfallen. Zahlen muss am Ende aber immer einer …

Und die Pläne gehen noch weiter: Am 17. April berät der Aufsichtsrat über eine neue Mega-Halle für die FC Bayern-Basketballer und den EHC sowie über die Sanierung des Eiszentrums. Kosten: 80 bis 100 Millionen Euro.

David Costanzo

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