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19.899 Läufer am Start

München-Marathon: "Durchkommen ist alles"

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München - Bei traumhaftem Wetter sind am Sonntag 19.899 Sportler zum München-Marathon gestartet. Ihr Ziel: das altehrwürdige Olympiastadion. Ein Besuch auf dem Rasen.

Update vom 7. Oktober 2014: Der beliebte Stadtmarathon geht in eine neue Runde: Am Sonntag, 12. Oktober 2014, starten beim München Marathon über 20.000 Läuferinnen und Läufer. Wir haben alle Infos zum München Marathon 2014 im Überblick.

Fred Schmalz (42) sieht aus, als wäre er gerade eine entspannte Runde um den Block gelaufen - und nicht quer durch eine Millionen-Metropole. Der gebürtige US-Amerikaner haut seinem Kumpel Ybekal Daniel Berye (25) aus Äthiopien auf die Schulter: „Yeah!“ Hinter den beiden Männern liegen 42,2 Kilometer - Schmalz ist sie in zwei Stunden und 37 Minuten, Berye in zwei Stunden und 25 Minuten gelaufen. Damit gehören die zwei Läufer des PSV Grün-Weiß Kassel zu den Besten des 28. München-Marathons. Und während andere im Ziel noch minutenlang nach Luft schnappen, planen die Profis schonmal das Anschlussprogramm: „Wir gehen gleich noch ein Bierchen trinken, aber mit Alkohol“, sagt Schmalz und grinst, während er seine Laufschuhe auszieht. Er kann heute auf seine persönliche Bestzeit anstoßen. „Es war super, völlig ohne Stress, wie im Training.“

Völlig ohne Stress? Das würde wohl nicht jeder auf diesem Rasen unterschreiben. 7957 Läufer sind an diesem Tag zum Marathon gestartet. Hinzu kommen 6000 Sportler beim Halbmarathon, 3746 Teilnehmer des Zehn-Kilometer-Laufs und 2196 Marathon-Staffel-Läufer. Sie alle haben ein Ziel: das Münchner Olympiastadion. Hier drehen die Helden der Stunde noch eine letzte Runde auf der Tartanbahn. Dann, endlich, das Ziel. Wie ein großer, pinker Triumphbogen steht es unter weiß-blauem Himmel.

Strahlender Sonnenschein beim München Marathon 2013 - die Bilder

Drei Stunden und 25 Minuten ist Andreas Seebeck (25) gelaufen, bevor er hier ankam. Er humpelt, er ist schweißgebadet, er hat höllischen Durst. Aber er ist glücklich: „Das war mein erster Marathon“, schnauft er. „Ein halbes Jahr lang habe ich trainiert.“ Zusammen mit einem Freund aus Österreich hat er es jetzt geschafft: „Wir haben uns gegenseitig angefeuert, wenn es unterwegs hart wurde.“ Geholfen hat ihnen auch die Musik an der Strecke: „Die Trommeln waren super, das motiviert.“ Auch er hat es jetzt auf ein Bier abgesehen: „Aber ohne Alkohol.“

Bier mit Prozenten gibt es auf dem Gelände ohnehin nicht - die Verpflegung ist ohne Ausnahme höchst gesund. Ein paar Zahlen: 8500 Liter alkoholfreies Bier stehen für die Läufer bereit, 20 000 Flaschen Schoko-, Bananen- und Vanillemilch, 50 000 Liter Wasser, 4200 Kilogramm Bananen, 20 000 Äpfel. Wer richtig Hunger hat, kann zur Pasta-Party gehen: 1500 Kilo Nudeln, 400 Kilogramm Hackfleisch-Sauce, 1500 Weißwürste und 18 000 Brezn werden aufgetischt.

Sabine Andres hat schon aufgetankt. Die 34-Jährige aus der Nähe von Hamburg hält gleich zwei Becher Wasser in der Hand und sich selbst mühsam auf den Beinen: „Es war schwer heute“, sagt sie. „Ich laufe zwei Marathons im Jahr, aber heute konnte ich mein Tempo nicht richtig halten.“ Mit drei Stunden und neun Minuten liegt sie allerdings nur knapp eine Minute über ihrer persönlichen Bestzeit: „Das passt schon. Spätestens, wenn ich geduscht habe, ist alles in Ordnung.“

Die Dusche ist auch das nächste Ziel von Werner Haas (54) aus Hersbruck. Schwer atmend läuft er über den Rasen. Schon zum dritten Mal ist er beim München-Marathon dabei: „Es ist eine schöne Strecke, mitten durch die Stadt, und die Bedingungen waren heute ausgezeichnet“, sagt er. „Aber bei Kilometer 29 haben mich die Kräfte etwas verlassen, da musste ich langsamer werden.“ Normalerweise, erklärt er, versuchen Marathon-Läufer, für beide Hälften der Strecke in etwa die gleiche Zeit zu benötigen. „Damit es gleichmäßig ist. Das hat heute nicht ganz geklappt.“ Drei Stunden und drei Minuten war Werner Haas am Ende unterwegs. „Das ist okay. Ich komme immer wieder gerne hier her.“

Beim München-Marathon werden auch die Deutschen Meisterschaften und die Polizeimeisterschaften ausgetragen. Letztere haben Michael Heilmair hergeführt. Der Polizist hält stolz seine Medaille in die Kamera eines Bekannten. Zwei Stunden und 52 Minuten hat der 44-Jährige aus der Nähe von Freising für die 42,2 Kilometer gebraucht. „Das war hartes Brot“, sagt er. „Ich habe schon ein paar Marathons hinter mir, aber München ist flott.“ Flott? „Ja, eine flache Strecke, viel Straße, da muss man sich im Training drauf einstellen. Das ist eine ganz andere Belastung“ Acht Wochen hat die Vorbereitung gedauert - alles für diesen Moment. „Durchkommen ist alles“, sagt Heilmair und lacht. Zusammen mit seinen Kollegen fährt er jetzt noch in die Münchner Innenstadt. „Wir gehen noch ins Hofbräuhaus, gscheid feiern, ist doch klar.“ Klar. Und vom Olympiastadion bis zum Hofbräuhaus sind es immerhin nur noch 5,4 Kilometer. Ein Katzensprung für einen Marathon-Läufer.

Ann-Kathrin Gerke

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