Das Olympiastadion wird zur Rennstrecke

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Baggern für die Rennwagen: 8000 Kubikmeter Material werden für die 1,2 Kilometer lange Strecke verbaut.

München - Das Olympiastadion ist derzeit eine große Baustelle. Bis Mai entsteht hier aus einer Sandwüste eine moderne Rennstrecke. Wenn im Juli die Deutschen Tourenwagen-Masters stattfinden, wird man das Stadion kaum wiedererkennen.

Der Blick durch das traditionsträchtige Marathontor ins Innere des Olympiastadions, er ist momentan kein schöner. Links und rechts des Tores stehen eine Planierwalze und ein großer Bagger. Überall Staub. Die 18 000 Quadratmeter große Innenfläche ist eine Sandwüste. Wo früher der saftgrüne Rasen und die rote Laufbahn lagen, ist heute nichts als Kies. Das Szenario erweckt den Eindruck, das Stadion werde abgerissen. Doch in Wahrheit laufen hier die Vorbereitungen für eine große Show. 8000 Kubikmeter Material werden vonnöten sein, ehe für die Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) am 16. und 17. Juli dieses Jahres ein etwa 1,2 km langer Rundkurs entstanden ist.

„Wir erkennen unser eigenes Olympiastadion nicht mehr. Aber so soll es ja auch sein“, sagt Arno Hartung, stellvertretender Geschäftsführer der Olympiapark München GmbH - genau 90 Tage vor dem Start des DTM-Zirkus in der bayerischen Landeshauptstadt. Seit dem 12. April bereits laufen die Arbeiten im Stadion, Ende Mai soll auch das „i-Tüpfelchen“ (Hartung), die Asphaltierung, abgeschlossen sein. Denn dann finden die ersten Konzerte statt. Bis August soll der Asphalt belassen werden. Events wie der 24-Stunden-Mountainbike-Marathon oder Musikveranstaltungen würden davon profitieren, findet Hartung, der mittlerweile auch eine Lösung für die Zukunft gefunden hat. Ab August wird der Innenraum mit einem Kunstrasen ausgestattet, „um flexibler zu sein“.

Bereits seit sechs Jahren arbeitet Hans Werner Aufrecht, Vorstand des Internationale Tourenwagen-Rennen e.V., der die DTM organisiert, daran, die Veranstaltung nach München zu bringen. „Gut Ding will Weile haben“, sagt Aufrecht heute, schließlich handelt es sich um ein Projekt ungewohnten Ausmaßes. „Das ist vielleicht die größte Geschichte in der Geschichte des Olympiastadions“, meint Arno Hartung - nach der Austragung der Olympischen Spiele freilich. Die Veranstaltung verschlingt ein Budget von mehr als drei Millionen Euro.

20 000 Karten wurden bislang im Vorverkauf abgesetzt - eine Zahl, die die Veranstalter positiv überrascht. 60 000 Besucher werden an beiden Tagen erwartet, die DTM will sich vor allem familienfreundlich geben. Tickets sind ab 29 Euro zu haben, für einen Aufpreis von 20 Euro kann man sich Zugang zum Fahrerlager sichern.

Von jedem Platz im Stadion aus ist die Rennstrecke komplett einsehbar. Schon jetzt macht der zweifache DTM-Champion Mattias Ekström Fotos von den Rängen aus. „Das ist ein Traum für jedermann“, sagt er, „sogar Laien werden sehen können, welcher Fahrer Fehler macht und wer gut fährt.“ Am 16. Juli wird Ekström, der in der vergangenen Woche Vater geworden ist, sicher erneut zur Fotokamera greifen. Dann nämlich wird sich das Olympiastadion in völlig neuem Gewand präsentieren.

Jan Lüdeke

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