Zwei Milliarden Euro für Olympia

+
Eine Sportstätte mit Kultstatus - das ist der Olympiapark schon längst. Sollten hier 2018 die winterspiele ausgetragen werden, müssten noch drei Sporthallen gebaut werden. Eine davon würde später wieder entfernt.

München - Das Budget der Olympischen Winterspiele 2018  in München und Garmisch-Partenkirchen wird vermutlich deutlich über zwei Milliarden Euro betragen.

Dass das Projekt Olympia seine Tücken hat, das ist in München seit 1972 bekannt. Als damals, Jahre vor den Sommerspielen, grob geschätzt wurde, wie teuer die Veranstaltung werden könnte, war von 520 Millionen Mark die Rede. Als nach dem Sportfest abgerechnet wurde, stand ein ganz anderer Betrag unter dem Strich: 1,93 Milliarden, fast das Vierfache der Ausgangssumme.

Diese Wintersportarten sind olympisch

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer). © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Auch dieser Tage sind die Olympia-Planer wieder fleißig am Rechnen. Diesmal geht es um die Winterspiele 2018. Die Summen, die nun im Spiel sind, klingen ähnlich wie die 1972, nur geht es jetzt nicht mehr um Mark, sondern um Euro. Mehr als zwei Milliarden Euro dürfte das Gesamtbudget für Münchens zweites Olympia dick sein. Derzeit – denn die Unsicherheiten bei der Kostenplanung seien zahlreich, heißt es.

Sanierung: Der Olympiasee gleicht dem Wattenmeer

Diese Wintersportarten sind olympisch

Snowboard: In Sotschi werden in dieser Sportart in zehn Disziplinen Medaillen vergeben © dpa
Slopestyle: Diese Snowboard-Disziplin ist seit 2014 neu im Olympia-Programm. Die Fahrer müssen einen Parcours absolvieren und dabei Drehungen und Grabs zeigen. Die Jury gibt dafür Punkte. © dpa
Cross: Hier müssen mehrere Snowboarder gleichzeitig eine Abfahrtsstrecke bewältigen © dpa
Halfpipe: Auch in der Halfpipe können Snowboarder um Gold, Silber und Bronze kämpfen © dpa
Parallel-(Riesen-)Slalom: Hier geht es "Mann gegen Mann" beziehungsweise "Frau gegen Frau". Zwei Fahrer treten gegeneinander an. © dpa
Bob: Hier fallen drei Entscheidungen. Und zwar im Zweierbob (Damen und Herren) und im Viererbob © dpa
Curling: Für Außenstehende ein Rätsel - für die Spieler harte Arbeit. Beim Curling versuchen zwei Mannschaften zu je vier Spielern, ihre Steine näher an den Mittelpunkt des Zielkreises auf der Eisbahn zu spielen als das gegnerische Team. © dpa
Skeleton: Kopf voran in die Eisröhre! Zwei Garnituren Gold, Silber und Bronze werden hier vergeben. © dpa
Eiskunstlauf/Eistanz: Hier ist Eleganz auf Kuven gefragt. In fünf Disziplinen wird um Gold gekämpft - zum ersten Mal auch als Team-Wettbewerb. © dpa
Eisschnelllauf: 12 Mal Gold gibt es im Eisschnelllauf in Sotschi zu gewinnen. Die Distanzen reichen von 500 Metern bis 10.000 Metern. Auch die Teamverfolgung steht auf dem Programm. © dpa
Rennrodeln: Hier dominieren seit Jahren die Deutschen. Vier Medaillen werden in Sotschi vergeben, davon zwei im Einsitzer (Damen und Herren) und eine im Doppelsitzer. Die vierte Medaille wird in einer Disziplin vergeben, die neu bei Olympia ist. Und zwar im ... © dpa
Rennrodeln-Staffel: Sie feiert in Sotschi Premiere. Die Staffel besteht aus einem weiblichen und einem männlichen Einsitzer-Fahrer, sowie einem Doppelsitzer. Die Deutschen Felix Loch (l-r), Tobias Arlt, Tobias Wendl und Natalie Geisenberger sind haushoher Favorit. © dpa
Ski Alpin: Insgesamt zehn Mal Gold wird in den alpinen Disziplinen vergeben - in der Abfahrt, im Super G, im Riesenslalom, im Slalom und in der Kombination. © dpa
Eishockey: Zwei Goldmedaillen werden ausgespielt - jeweils eine bei den Herren und bei den Damen. © dpa
Langlauf: In der Loipe werden zwölf Goldmedaillen vergeben. Und zwar im Skiathlon (2 x 7,5 Kilometer), im Sprint, im Team-Sprint, über 10 und 30 Kilometer (Damen) und 15 und 50 Kilometer (Herren) sowie in der Staffel (4x5, bzw. 4x10 Kilometer). © dpa
Skispringen: Insgesamt wird im Skispringen in vier Wettkämpfen um den Sieg gekämpft, dabei werden drei bei den Männern vergeben (Normalschanze, Großschanze, Team) und einer beim ... © dpa
Skispringen der Damen: Auch das ist neu bei Olympia 2014. Die wagemutigen Damen dürfen allerdings "nur" von der Normalschanze hüpfen. © dpa
Ski-Freestyle: Die Artisten auf zwei Brettern kämpfen um insgesamt zehn Goldmedaillen. Für sie heißt es auf der  Buckelpiste alles geben, sowie im Ski Cross, Slopestyle, im Sprung und - ab 2014 ganz neu dabei - im ... © dpa
Ski-Freestyle Halfpipe: In der halbierten Röhre gilt es für die Frauen und Männer, hohe Sprünge und spektakuläre Tricks zu zeigen. Dafür vergibt die Jury Punkte - und am Ende Gold, Silber und Bronze. © dpa
Biathlon: Wer trifft und flink läuft, der hat im Biathlon große Chancen auf den Sieg. Elf Mal Gold wird ausgekämpft. Neben Sprint, Verfolgung, 15 bzw. 20 Kilometer, Massenstart und der Staffel, steht ab 2014 eine neue Disziplin auf dem Olympia-Programm. Es ist die ... © dpa
Biathlon Mixed-Staffel: Das gemischte Team aus zwei Frauen und zwei Männern feiert Premiere bei Olympia. © dpa
Nordische Kombination: In die Skisprungspur UND in die Langlaufloipe müssen die Nordischen Kombinierer. Die Athleten haben die Chance auf drei Goldmedaillen. © dpa
Shorttrack: Bei dieser Sportart werden in Sotschi acht Medaillen vergeben. Bei den Herren und Damen über 500, 1000 und 1500 Meter, sowie in der Staffel. © dpa

Die Hälfte dieser Summe, rund eine Milliarde Euro, soll nach Informationen unserer Zeitung für die Organisation der Spiele von der Eröffnungs- bis zur Schlussfeier aufgewendet werden. Die Olympier sprechen vom Ocog-Budget. Es belastet den Steuerzahler nicht, sondern finanziert sich aus Zuschauereinnahmen, Lizenzen, Sponsoring und vor allem aus dem Verkauf der Fernsehrechte. Gerade die Summen für diese Übertragungslizenzen sind in den vergangenen 25 Jahren massiv gestiegen. Laut einer Erhebung des Wirtschaftsdienstleisters Deloitte flossen 1980 bei den Winterspielen in Lake Placid noch 21 Millionen US-Dollar in den Olympia-Topf. 2006 in Turin waren es 831 Millionen Dollar – das Vierzigfache.

Für München und Garmisch-Partenkirchen weit interessanter ist, welche nachhaltigen Investitionen von der Straße bis zur Halle darüber hinaus vorgenommen werden müssen. Für dieses sogenannte Non-Ocog-Budget müssen die öffentliche Hand oder private Finanziers geradestehen.

In der Landeshauptstadt sollen am Rande des Olympiaparks ein Olympisches Dorf mit rund 700 Wohnungen und ein Mediendorf mit weiteren 430 Wohnungen entstehen. Daneben müssten zwei neue Sporthallen für Eishockey-Spiele gebaut werden. Nach Informationen unserer Zeitung stehen für München derzeit Gesamtinvestitionen von 400 bis 500 Millionen im Raum. „Ein Daumenansatz“, meint Richard Adam, Chef der Bewerbungsgesellschaft. Die Zahlen müssten erst noch konkretisiert werden.

Die Kosten für eine weitere Eisschnelllaufhalle soll dagegen nicht der Steuerzahler tragen. Auch nicht jene für die Langlauf- und Biathlonanlagen in Oberammergau. Weil alle Einrichtungen nach den Spielen wieder abgebaut werden, müssen sie aus dem Ocog-Budget bezahlt werden.

Derzeit intensiv diskutiert wird die Frage, ob die Umfahrungen von Garmisch-Partenkirchen durch den Kramer- und den Wanktunnel sowie der Ausbau der B 2 mit einem Tunnel bei Oberau in das Investitionsbudget aufgenommen werden, weil die Projekte möglicherweise irgendwann auch ohne die Spiele realisiert werden könnten. 500 Millionen Euro hat das Innenministerium für diese Vorhaben veranschlagt. Der Ausbau der Bahnlinie nach Garmisch-Partenkirchen dürfte weitere rund 50 Millionen Euro kosten.

Rechnet man die genannten Verkehrsprojekte zu den Olympia-Investitionen hinzu, dürften sich diese auf deutlich über eine Milliarde Euro summieren. Eine Schuldenfalle für die Landeshauptstadt sieht OB Christian Ude (SPD) dennoch nicht – „weil München nur einen Teil der Kosten zu tragen hätte“. Wieviel dies sei, hänge vom Verteilungsschlüssel ab, sagt Ude. Denn auch Bund und Freistaat sollen für die Kosten aufkommen.

Auch im Stadtrat sieht man den Kostenschätzungen noch gelassen entgegen. Die neuen Wohnungen würden ohnehin benötigt, betonen Alexander Reissl, Chef der Rathaus-SPD, und Grünen-Stadträtin Sabine Krieger. Zudem sollten sie wie das Olympiadorf 1972 privat finanziert werden.

Von Matthias Kristlbauer und Matthias Holzapfel

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare