Gefährliche Körperverletzung im Dantebad?

Mann watscht Bub - da schlägt die Oma zu

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Im Erlebnisbecken des Dantebads kam es zu der tätlichen Auseinandersetzung. Ein Badegast watschte Jeremy, da griff seine Oma zu ihrer Bauchtasche und schlug zu.

München - Prozess-Posse vor dem Amtsgericht! Weil er im Dantebad ein paar Wasserspritzer abbekommen hatte, rastete Hasan K. offenbar völlig aus. Dann bekam er einen auf den Latz.

Das Dantebad.

Prozess-Posse vor dem Amtsgericht! Weil er im Dantebad ein paar Wasserspritzer abbekommen hatte, rastete Hasan K. (41, Name geändert) offenbar völlig aus und verpasste dem 13-jährigen Jeremy laut Staatsanwaltschaft eine schallende Watschn! Als Jeremys Oma Jadranka M. (57) das sah, eilte sie ihrem Engel sofort zu Hilfe und zog dem Schläger ihr Bauchtäschchen über den Kopf. Unglaublich ist jetzt die Reaktion der Justiz: Während Hasan K. mit 90 Tagessätzen davonkommt, muss sich Jeremys Oma wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten! Es war brütend heiß an diesem 19. Juni. Jeremy und seine Freunde plantschten ausgelassen im Erlebnisbecken, spritzten sich gegenseitig ab. Als Hasan K. gegen 15.30 Uhr am Beckenrand vorbeiging, bekam auch er einige Spritzer ab. Wütend soll er Jeremy mit einer Watschn gedroht haben. Doch der – typisch Lausbub – spritze ihn erst recht noch einmal ab.

Hasan K. (Name geändert) wehrt sich vor Gericht gegen einen Strafbefehl.

Da schlug K. dem schmächtigen Buben laut Anklage mitten ins Gesicht! Doch Sekundenbruchteile später schepperte es erneut: Jadranka M. knallte dem Täter ihre Bauchtasche an den Kopf! „Ich wollte meinen Enkel beschützen“, sagt sie der tz. „Ich war aber entsetzt, dass der Mann plötzlich am Kopf blutete.“ Ursache der Platzwunde war das Handy, das Jeremy zuvor in der Tasche seiner Oma verstaut hatte. Hasan K. ließ sich ins Krankenhaus bringen und erstattete Strafanzeige! Weil er den Buben abgewatscht haben soll, flatterte Hasan K. ein Strafbefehl ins Haus. Dagegen erhob er Einspruch – allerdings zu spät. „Ich fordere rechtliches Gehör“, erklärte er am Mittwoch Richter Robert Grain. Dieser setzte das Verfahren bis zur Klärung der Frage, ob die Zustellung des Strafbefehls ordnungsgemäß erfolgt ist, aus.

Die als Zeugen geladenen Jeremy und Jadranka M. mussten unverrichteter Dinge wieder gehen. Ihr Anwalt Adam Ahmed ist empört darüber, dass die Staatsanwaltschaft gegen sie Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung erhob hat. „Das war Notwehr“, so der renommierte Strafverteidiger. „Aus rechtlichen Gründen darf die Anklage nicht zugelassen werden.“ Jadranka M., die bei der Stadt angestellt ist, beteuert: „Ich wollte nur dem Kind helfen.“

Eberhard Unfried

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