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Bayerns Corona-Hotspot Nummer 1: München-Inzidenz schießt nach oben

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Von: Patrick Huljina

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Die Omikron-Welle rollt. München ist nun Hotspot Nummer 1 in Bayern. Corona-Experte Wendtner will schon jetzt eine Viertimpfung vorbereiten.

Update vom 16. Januar, 7.32 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Bayern liegt am Sonntag bei 527,4. Schon tags zuvor hatte der Wert die Marke von 500 geknackt und lag bei 500,8. Die Landeshauptstadt München ist Bayerns Corona-Hotspot Nummer 1. Das RKI meldete für die Isar-Metropole am Sonntag eine Inzidenz von 829,4. Tags zuvor hatte sie bei 761,9 gelegen.

Das sind Bayerns weitere Corona-Hotspots

Zahlreiche weitere Kreise im Münchner Umland weisen Inzidenzen über 500 auf, unter anderem Weilheim-Schongau, Starnberg, Erding und Bad Tölz-Wolfratshausen.

Corona: Neue Quarantäne-Regeln in Bayern

Update vom 15. Januar, 15.50 Uhr: Ab heute gelten in Bayern neue Quarantäneregeln für bestimmte Kontaktpersonen von Corona-Infizierten. „Auch als Kontaktperson zu Omikron-Fällen müssen frisch Geimpfte (drei Monate), frisch Genesene (drei Monate) und Geboosterte (unbegrenzt) nun nicht mehr in Quarantäne“, erklärte Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) die neue Regelung am Samstag in München. „Damit gibt es für die verschiedenen Virusvarianten keine unterschiedlichen Regelungen mehr.“

Corona in Bayern: Neue Quarantäne-Regeln ab Samstag

Bisher galt für Kontaktpersonen einer mit Omikron infizierten Person eine Quarantäne von 14 Tagen, ohne die Chance auf Freitestung. Am Freitag hatte der Bundesrat den Weg für eine Verordnung frei gemacht, die grundsätzliche Ausnahmen von einer Quarantäne regelt. Ansonsten gilt seit dem vergangenen Dienstag: Die Dauer der Isolation für Infizierte und die Dauer der Quarantäne für enge Kontaktpersonen beträgt in der Regel zehn Tage. Bereits nach sieben Tagen ist eine Freitestung mit einem negativen PCR- oder Antigen-Schnelltest möglich – wobei man nach einer Infektion zusätzlich mindestens 48 Stunden symptomfrei sein muss.

Klaus Holetschek (CSU), Staatsminister für Gesundheit und Pflege, nimmt nach der bayerischen Kabinettssitzung an einer abschließenden Pressekonferenz teil.
Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat die neuen Quarantäne-Regeln erklärt. (Archivbild) © Peter Kneffel/dpa

Für Beschäftigte etwa in Kliniken und Altenheimen ist zur vor dem Ende der Quarantäne und Isolation ein PCR-Test verpflichtend, oder es müssen fünf Tage lang täglich negative Schnelltests vorgelegt werden. Schüler sowie Kita- und Kindergarten-Kinder, die als Kontaktpersonen in Quarantäne müssen, können sich künftig bereits nach fünf Tagen freitesten, mit einem PCR- oder Antigen-Schnelltest.

Corona in Bayern: Inzidenz steigt sprunghaft an – München unter den Spitzenreitern

Erstmeldung: München - Omikron sorgt für einen deutlichen Anstieg der Corona-Zahlen – in München, Bayern und ganz Deutschland. Am Samstag hat die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz mit 497,1 einen neuen Höchstwert erreicht. Zum Start ins Wochenende hat nun auch Bayern die Schwelle zur „Alarmstufe Pink“ überschritten. München gehört weiterhin zu den Inzidenz-Spitzenreitern des Freistaats.

Bayernweit wurden am Samstag laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) 10.351 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Inzidenz liegt nun bei 500,8. Die Schwelle zur „Alarmstufe Pink“ ist damit knapp überschritten. Immer mehr Städte und Landkreise im Freistaat knacken inzwischen die Inzidenz von 500. Damit das öffentliche Leben nicht zusammenbricht, gelten ab Samstag neue Quarantäneregeln.

Den höchsten Wert in Bayern weist laut RKI derzeit der schwäbische Landkreis Lindau mit einer Inzidenz von 810,1 auf. Dicht dahinter liegt die Stadt Ingolstadt mit 774,0. München liegt mit einer Inzidenz von 761,9 am Samstag auf Platz drei der bayerischen Hotspot-Liste. Der Wert machte innerhalb eines Tages einen deutlichen Sprung. Denn: am Freitag lag die Inzidenz für die Isar-Metropole noch bei 718,2. Laut RKI wurden in München 2135 Neuinfektionen innerhalb eines Tages gemeldet.

Passanten laufen mit Masken am Stachus in München.
München liegt auf Platz 3 der bayerischen Corona-Hotspot-Liste. © Mychelle Vincent/IMAGO

Münchner Experte will vierte Corona-Impfung vorbereiten: „Wäre eine adäquate Maßnahme“

Der Münchner Corona-Experte Clemens Wendtner mahnt angesichts der Corona-Entwicklung zu einer zügigen Vorbereitung auf die vierte Corona-Impfung. Und das mit den verfügbaren Impfstoffen. „Für mich wäre eine Viertimpfung vier bis sechs Monate nach der dritten Impfung eine adäquate Maßnahme“, sagte der Chefarzt der Infektiologie an der München Klinik Schwabing der Deutschen Presse-Agentur.

Er verwies zugleich jedoch darauf, dass es aufgrund mangelnder Daten noch keine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur vierten Impfung gibt. Oft heiße es, man wolle auf den angepassten Omikron-Impfstoff warten. „Ich fürchte aber, das wird zu lange dauern“, so Wendtner. Vor April sei nicht mit neuen Corona-Impfstoffen zu rechnen – die Omikron-Welle rolle aber jetzt heran.

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Vierte Corona-Impfung: Für einige Personen schon jetzt ein Thema

„Man muss eine Viertimpfungs-Kampagne jetzt schon vorbereiten, auch von der Verfügbarkeit der derzeit zugelassenen Impfstoffe her. Da dürfen wir nicht erst daran denken, wenn wir März oder April haben“, erklärte der Experte. Für Personen, die bereits im Spätsommer eine Booster-Impfung erhalten haben, sei die Viertimpfung auch jetzt schon ein Thema. Das könnten Beschäftigte im Gesundheitswesen ebenso sein wie besonders gefährdete Menschen etwa in Seniorenheimen

Auch Sebastian Ulbert, Impfstoff-Forscher vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, will bei der Frage der vierten Impfung zwischen „immungesunden“ und „immunschwachen“ Menschen unterscheiden. Für ihn kommt einer vierte Impfung vorerst nicht für alle infrage, sondern wie in Israel primär für Ältere und Risikogruppen. Es sei noch unklar, ob und wie die Wirkung der Booster-Impfung bei Immungesunden nachlässt. (ph mit dpa)

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