Schon über 7000 Unterstützer

Online-Petition für flexiblere Laden-Öffnungszeiten 

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Einkaufen nur bis 20 Uhr: In anderen Bundesländern ist man bei den Ladenöffnungszeiten nicht so streng wie in Bayern.

München - Sind Ladenöffnungszeiten bis maximal 20 Uhr noch zeitgemäß? Viele Münchner sehen das offenbar nicht so, denn eine Online-Petition für flexiblere Ladenöffnungszeiten findet gerade großen Zuspruch.

Die meisten Erwerbstätigen kennen das - wieder hat man lange im Büro gesessen und muss dann noch schnell in den Supermarkt hetzen. Gleich 20 Uhr - gerade noch geschafft, bevor die Türen ins Schloss fallen. Das Abendessen ist gerettet.

Tatsächlich scheinen die bayerischen Ladenöffnungszeiten heutzutage nicht mehr besonders gut mit den Arbeitszeiten der meisten Menschen zu harmonieren. Doch was in anderen Bundesländern ganz normal ist, scheint in Bayern nicht denkbar - längere, beziehungsweise flexiblere Ladenöffnungszeiten. Egal ob Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen - in anderen Bundesländern haben viele Geschäfte - nicht nur in den Großstädten - wenigstens bis 21 oder 22 Uhr geöffnet. Hier knüpft auch der Initiator einer Online-Petition für flexiblere Ladenöffnungszeiten in München an.

Die Internetseite der Online-Petition: Über 7000 Befürworter haben schon unterschrieben.

"Wer andere deutsche Großstädte kennt, der weiß flexible und liberale Ladenöffnungszeiten zu schätzen. Aber in Bayern ticken die Uhren ja bekanntlich anders. Im Takt einer Gesellschaft und Arbeitswelt, wie es sie schon lange nicht mehr gibt", schreibt Benjamin Weiß im Einleitungstext der Petition. Die Begründung für seinen Vorstoß: "Das Bundesladenschlussgesetz, welches nur noch in Bayern angewandt wird, passt nicht mehr ins Jahr 2014/15, da es völlig weltfremd ist, sich nicht mit der modernen Arbeitswelt einer Großstadt verträgt und schon gar nicht zur Landeshauptstadt des Freistaates Bayern passt. Und dass - und wie - es geht, zeigen andere deutsche Großstädte."

Mit seinem Anliegen scheint Weiß vielen Münchnern aus der Seele zu sprechen, denn die Petition hat innerhalb kurzer Zeit, ziemlich viele Unterzeichner gesammelt. 4700 waren es bis Donnerstagmittag (20. November), am Freitagmittag waren es schon mehr als 7000, davon mehr als 5600 aus München.

Und: Auf der Seite der Petition äußern sich nicht nur Befürworter einer Flexibilisierung - eine lebhafte und durchaus kontroverse Diskussion über das für und wieder der Forderung ist entbrannt.

Gegner erinnern etwa an die betroffenen Angestellten der Geschäfte, die auch ein Recht auf Ruhezeiten und Freizeit hätten. Andere  entgegnen, dass eine Flexibilisierung gar nicht automatisch bedeute, dass die Mitarbeiter deswegen länger arbeiten müssten - möglicherweise könnten so sogar Arbeitsplätze geschaffen werden. Einige befürchten den endgültigen Untergang kleinerer Geschäfte, andere sehen darin die Chance des Einzelhandels, sich besser gegen den Onlinehandel behaupten zu können. Außerdem gebe es viele Berufe, in denen die Menschen auch nach 20 Uhr arbeiten müssen. "Als berufstätige Alleinerziehende würde mich größere Flexibilität ein Stück weit entlasten", schreibt etwa eine Unterzeichnerin aus Neubiberg. "In jeder Weltstadt kann man auch noch um 22 Uhr in den Laden gehen und was besorgen. Bei uns in München lebt man noch in den 50ern", schreibt ein anderer.  

Auch auf einen wichtigen Punkt bei dem Anliegen weist ein Kommentator hin: Die Petition richtet sich an Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), zugleich geht es bei den Ladenöffnungszeiten um eine Angelegenheit des Freistaats. Der OB wird also die Petition in Empfang nehmen können, darüber entscheiden kann er nicht.

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