So leiden die Opfer unter der Müller-Brot-Pleite

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Diese Filiale wird schon abgebaut

München - Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die drei Ex-Geschäftsführer von Müller-Brot. Die Pächter leiden unter der Pleite. "Viele stehen vor dem Nichts", erklärt etwa Helena K. (40).

Klaus Ostendorf, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt, hat sich bei der Belegschaft von Müller-Brot unbeliebt gemacht. Bei ihrer Demonstration Ende März vor der Staatskanzlei hielten sie Plakate in die Luft, in denen sie den ehemaligen Eigentümer dazu aufforderten, den Weg für die Zukunft freizumachen.

„Ostendorf, gib Linie 25 frei“, stand auf einem der Plakate. Denn die Linie 25 ist die wichtigste Backmaschine des Unternehmens. Ostendorf hatte sie mit seiner Firma Backwelt herausgekauft und dann an Müller-Brot zurück ver­least. Doch Ostendorf folgte wohl der Aufforderung nicht. Jedenfalls erklärt Kaufinteressentin Evi Müller seit Wochen, dass es unklar sei, ob sie die Backfabrik kaufen werde, da die „Eigentumsverhältnisse immer noch ungeklärt sind“.

Die Leidtragenden des Millionenpokers um Müller-Brot sind die Angestellten. Knapp 500 wurden alleine im Kreis Freising arbeitslos. Darunter Recep Bilgi (46). Er war 31 Jahre bei Müller-Brot, 15 Jahre Anlagenführer der Linie 25. „Ich bin immer noch geschockt“, sagte der Familienvater am Dienstag zur tz. Wie viele seiner ehemaligen Kollegen, hofft er nun auf eine neue Stelle: „Eigentlich sind wir jetzt insolvent – und nicht Klaus Ostendorf.“ Von den zuletzt 260 Filialen haben Müller und Höflinger 145 übernommen — manche Übernahme scheiterte, weil die Vermieter keine Lust mehr auf Müller-Brot hatten. Die Leidtragenden sind meist die Pächter. „Viele stehen vor dem Nichts“, weiß Pächterin Helena K. (40) von der ehemaligen Müller-Filiale an der Entenbadstraße.

Nun will K. den Laden selbst pachten und dort Brot anderer Bäcker verkaufen. „Ich habe eine Chance bekommen, die anderen hätten sie auch verdient.“

svs

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