Wieder Prozess um Attacke am Sendlinger Tor

Opfer der Schweizer Schläger will mehr Geld

München - Geschäftsmann Wolfgang O. leidet nach wie vor an einer brutalen Prügel-Attacke am Sendlinger Tor. Das bisher erstrittene Schmerzensgeld reicht ihm nicht, er will mehr. 

Er leidet nach wie vor, auch Jahre nach jenem verhängnisvollen Tag im Juni 2009: Geschäftsmann Wolfgang O. (damals 46) war am Sendlinger Tor brutal zusammengeschlagen und getreten worden. Der Schweizer Mike B. (heute 24), damals als Schüler auf Klassenfahrt in München, wurde in einer früheren Verhandlung als Haupttäter verurteilt.

Seit Dienstag beschäftigt sich erneut ein Gericht mit der Sache. Genauer gesagt: Vor dem Oberlandesgericht geht es jetzt um die Berufung, die beide Parteien eingelegt hatten. Mike B. bestreitet, an der Tat überhaupt beteiligt gewesen zu sein. Wolfgang O. wiederum fordert mehr Schmerzensgeld als die 80 000 Euro, die ihm in erster Instanz zugestanden wurden – im Raum stehen 200 000 Euro. Insbesondere ist ihm aber auch wichtig: Möglicher Schadenersatz soll nicht nur in materieller, sondern auch in immaterieller Hinsicht gelten (also für Schäden, die man eigentlich nicht direkt in Geld angeben kann).

Am Dienstag sagten vor Gericht zwei (von eigentlich vier geladenen) Zeugen aus – allerdings nach den langen Jahren nicht mehr mit voller Detailschärfe. Auch Opfer Wolfgang O. war persönlich vor Ort – er wollte sich anhören, was in seinem Fall noch zu sagen war.

B.s Anwalt Christian Bärnreuther wies auf Widersprьche hin – unter anderem habe der Haupttäter seinerzeit laut Zeugenaussagen eine Baseballkappe getragen, sein Mandant aber nicht. O.s Anwalt Alexander Fischer wiederum geht davon aus, dass seinem Mandanten auch der immaterielle Schadenersatz zusteht.

Das Gericht kündigte eine Entscheidung für Mitte Juli an.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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