Oralsex ohne Kondom - Puff-Chef vor Gericht

München - Prostituierte, die im Münchner Sex-Club "Pascha" arbeiten wollen, müssen Oral-Sex ohne Kondom anbieten. Die Puff-Bosse mussten sich nun vor Gericht verantworten.

„Ständig wechselnde Schönheiten aus aller Welt versüßen Ihren Aufenthalt und verwöhnen Sie.“ So wirbt der Sex-Club „Pascha“ um Kundschaft. Dazu gehört auch Oralsex ohne Kondom. Das brachte drei Bosse vor Gericht – wegen Zuhälterei. Richter Robert Grain fand jedoch nichts Illegales: Er sprach die Angeklagten, darunter Betriebsleiter Leo E. (51), frei!

Huren, die im „Pascha“ arbeiten wollen, müssen für diese Art von Sex bereit sein. „Das ist Bestandteil des Vertrages“, so Leo E. „Das entspricht dem hohen Niveau unserer Dienstleistung“, wie er der tz nach dem Urteil erklärte. Doch seine Damen würden das alles freiwillig machen. Bei einer Prostituierten, die dazu gezwungen werde, hätte der Kunde kaum seinen Spaß, so Leo E. Und den soll der Freier haben: Schließlich gibt’s im Pascha eine Geld-zurück-Garantie.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders: Der Arbeitsvertrag zwinge die Damen zu Dingen, die sie eventuell nicht wollen. Das erfülle den Tatbestand der Zuhälterei. Nein, argumentierten die Verteidiger: „Die Damen haben das Recht, einen Gast abzulehnen.“ So sah es auch das Gericht: Freispruch! Leo E. freute sich: „Jetzt haben wir Rechtssicherheit!“

Von E. Unfried

Rubriklistenbild: © ebu

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