Keine Lohnerhöhung

Orchestermusiker streiken

Rund 60 Orchestermusiker demonstrieren vor der Philharmonie gegen Lohnverzicht.

München - Misstöne bei den deutschen Orchestern: Sie sollen auf Lohnerhöhungen pfeifen - daher riefen sie am Montag deutschlandweit zum Warnstreiktag.

Rund 100 staatliche und kommunale Klangkörper waren dabei, u. a. auch die Berliner Philharmoniker. In München standen Montag vor der Philharmonie am Gasteig 60 Musiker der Philharmoniker und des Gärtnerplatz-Theaters.

Seit 2010 gibt es für die Musiker keine automatische Kopplung an die Tariferhöhungen im Öffentlichen Dienst mehr. Das kann die Deutsche Orchestervereinigung DOV nicht nachvollziehen: „Wenn für 2,2 Millionen Beschäftigte im Öffentlichen Dienst das Geld für Tariferhöhungen da ist, sollte es für rund 8500 Orchestermusiker in den Ländern und Kommunen auch noch reichen.“ Bisher fehlen 8,8 Prozent Lohnerhöhung. Gärtnerplatz-Geiger Tibor Jonas sagt: „Wir werden nicht für voll genommen. Das Urteil von 2010 ist vernichtend.“

Klar: Philharmoniker und Gärtnerplatz-Orchester verdienen gut, da gibt es viele Berufe im Öffentlichen Dienst, die schlechter dran sind. Das bestreitet auch niemand. Aber, so Stephan Haack vom Philharmoniker-Orchestervorstand: „Wir demonstrieren vorwiegend für die kleineren Orchester, die weniger verdienen. Zudem sind wir nun mal im Öffentlichen Dienst. An der Kultur wird immer zuerst gespart. Ein Stück Kulturtradition ist massiv gefährdet.“

M.B.

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