Am Neudeck und in Bogenhausen

Ortstermine: Nachbarn klagen gegen Neubauten

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Das geplante Gebäude auf dem JVA-Areal Am Neudeck grenzt direkt an das Landratsamt an.

München - In der Au und in Bogenhausen ist es am Montag zu Ortsterminen gekommen. Nachbarn klagen dort nämlich gegen geplante Neubauten. Besonders brisant ist die Lage am Neudeck.

Apartments am Neudeck

Bäume, Licht und freier Blick auf ein Baudenkmal oder ein moderner Wohnblock zwischen historischen Mauern? Am Montag früh trafen sich die Besitzer des Ex-Frauengefängnisses Neudeck und Vertreter des benachbarten Landratsamtes in zu einem Lokaltermin des Verwaltungsgerichtes.

Der Münchner Bauträger Munich Real Estate soll im Auftrag der Leipziger First Single Apartment das historische Gemäuer in ein Apartmenthaus umwandeln. Der Freistaat hatte das Gebäude 2011 für geschätzt 16 Millionen Euro an einen Investor verkauft, der das Gebäude wiederum weiter verkaufte. Die Münchner Obdachlosen-Initiative BISS wollte dort ein Ausbildungshotel gründen, konnte aber nur 1,6 Millionen Euro aufbringen. Jetzt soll der Knast mit Anbauten und einem Neubautrakt mit Flachdach in ein Renditeprojekt für Anleger umgebaut werden.

Das Landratsamt legte Klage gegen den Bauvorbescheid der Stadt ein, der Neubau stünde zu nahe an der Grundstücksgrenze. Doch auch das Landratsamt steht sehr nahe, teils sogar auf der Grenze! Die weiteren Fragen: Ist in diesem Behördenquartier Wohnen überhaupt genehmigungsfähig? Werden die Baulinien von dem geplanten Apartmenthaus eingehalten? Wer Recht bekommt? Die Parteien bekommen das Urteil in den kommenden Wochen zugestellt.

Kita in Bogenhausen

Endloser Zoff um Kinderlärm in Bogenhausen: Zum zweiten Mal innerhalb von 13 Monaten trafen sich gestern Vertreter der Stadt, Nachbarn und des Betreibers der Biberbau-Kita zu einem Lokaltermin des Verwaltungsgerichtes in der Vollmannstraße.

Vollmannstraße: Nachbarn und Kita-Vertreter wollen sich nun außergerichtlich einigen.

Die Nachbarn hatten gegen die Baugenehmigung der Stadt München wegen der Lärmbelästigung durch die in diesem Jahr eröffnete Kita mit 59 Plätzen geklagt. Die Betreuungseinrichtung wurde in einem ehemaligen Bürobau und einer alten Villa im Garten – sehr nahe an den benachbarten Einfamilienhäusern. Voriges Jahr, als die Kita noch nicht eröffnet war, hatte das Gericht den Bau einer drei Meter hohen Lärmschutzwand empfohlen. Die Kita ist jetzt da, eine Mauer gibt es aber noch nicht. Nun klagen die Nachbarn über eine „nicht zumutbare Lärmbelästigung“, außerdem würden Abstandsflächen nicht eingehalten.

Nach einem kurzen Lokalaugenschein im Garten der Kita trafen sich die Vertreter der Nachbarn und der Kita gestern hinter verschlossenen Türen, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. Die Fragen: Wird die Wand zwei Meter hoch? Oder 3,50 Meter? Wird sie aus Glas gebaut? Oder aus Holz? Die Streithansl wollen sich im Januar nochmals treffen. Gibt es dann keine Einigung, findet im Februar wieder eine Gerichtsverhandlung statt.

WE

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