Ostfriedhof: Rettung für die Kaskaden

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Aus diesen zugewucherten Wasserspeiern sprudelte es einst prächtig (siehe unten) – das soll bald wieder so werden

München - Nur die älteren Münchner können sich noch daran erinnern, dass im Ostfriedhof einst eine große Brunnenanlage sprudelte – mit drei Becken und neun Wasserspeiern.

Hier, wo heute nur noch zugewucherte Mauern stehen: Hier soll bald wieder Wasser plätschern. Die Stadt bereitet jetzt eine Sanierung der Kaskaden vor.

Das wird dann auch der Sicherheit dienen. In der Verwaltung heißt es: „Einige Teile der Balustraden zeigen sich als akut einsturzgefährdet, Stufen haben sich abgesenkt und Sockelteile liegen nur noch locker auf ihrer Basis.“ Derzeit gibt es provisorische Stützen und Geländer.

Der Bezirksausschuss Giesing unter Vorsitz von Horst Walter (SPD) macht sich schon seit Jahren stark für die Rettung der Kaskaden, auch das BA-Mitglied Joachim Lorenz (Grüne), gleichzeitig als Umweltreferent für die Verwaltung der Friedhöfe zuständig, setzte sich für eine Sanierung ein.

München - auferstanden aus Ruinen

München - auferstanden aus Ruinen

Schon im Sommer 2009 beauftragte der Stadtrat die Verwaltung damit, ein Konzept für die Rettung der denkmalgeschützten Kaskaden zu erarbeiten. In drei Wochen werden sich der Umwelt- und Kommunalausschuss näher mit der Sache befassen. Demnach kostet die Wiederherstellung der Anlage 2,17 Millionen Euro.

Es ist ein Projekt mit einem langen geschichtlichen Hintergrund – der Brunnen ist 113 Jahre alt! Als der Bauamtmann und spätere Stadtbaudirektor Hans Grässel von 1894 bis 1900 den Ostfriedhof anlegte, nutzte er das Gefälle zwischen Ost- und Westteil und errichte die Brunnenanlage mit den Wasserspeiern. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kunstwerk durch Bomben beschädigt, man füllte die Becken mit Erde auf. Das soll bald Geschichte sein.

Johannes Welte

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