Otti Fischer beim Sex gefilmt und erpresst

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Otti Fischer im März diesen Jahres. Gleich mehrmals soll der Schauspieler vergangenes Jahr hintergegangen und erpresst worden sein – kommt jetzt die Abrechnung?

München - Im Sommer 2009 wurde Otti Fischer heimlich gefilmt, als er Sex mit einer Prostituierten hatte. Mit den pikanten Aufnahmen wurde er später unter Druck gesetzt. So tappte er in die Sex-Falle:

Otti Fischer und der Huren-Skandal: Ziemlich genau ein Jahr ist es her, dass der „Bulle von Tölz“ in Interviews (u.a. in der Bild-Zeitung und bei Beckmann) zugab, öfter Kontakt zu mehreren Huren gehabt zu haben. Diese sollen versucht haben, ihn mit gefälschten Kreditkartenbelegen um mehrere zehntausend Euro zu betrügen. Am 25. Oktober beginnt der Prozess vor dem Münchner Amtsgericht. Und der bringt wohl noch so einiges mehr ans Tageslicht!

Am Mittwoch hat das Oberlandesgericht München mitgeteilt, dass das Verfahren am Montag in acht Tagen um 8.45 Uhr eröffnet wird. Das Opfer: Otti Fischer, der in eine ganz fiese Falle tappte. Auf der Anklagebank: vier Personen aus dem Rotlichtmilieu – sowie ein Reporter, der für die Bild-Zeitung arbeitete. Der Vorwurf: Verletzung der Intimsphäre durch unbefugte Bildaufnahmen. Sex-Videos! Die Anklageschrift verheißt einen spektakulären Prozess, denn zwischen all diesen Beteiligten soll es im vergangenen Jahr zu einem filmreifen Drama mit üblen Maschenschaften und Erpressung gekommen sein. Vieles davon war bislang geheim.

Der 1. Teil des Dramas spielt im Juni und Juli 2009: Hier geht es um Mike P. (36), wohnhaft in der Schweiz, Klaus-Peter H. (44) aus Germering, die im russischen Omsk geborene Maria K. (32) sowie Bianca F. (41) aus Berlin. Wie Otti Fischer bereits in Interviews erzählte, sollen die Liebesdamen nach getaner Arbeit bei ihm zuhause Kreditkartendaten geklaut haben. Laut Anklageschrift soll die Gruppe dann in insgesamt 27 Fällen versucht haben, mit einer gefälschten Unterschrift an viel Geld zu kommen: rund 74 000 Euro! Wie sie genau an die Unterschrift gekommen sind, wird die Verhandlung zeigen. Für die Staatsanwaltschaft ist klar: Die Angeklagten wollten damit einen Geldhahn öffnen, der länger sprudelt.

Klar: Otti Fischer widersprach, als er die Abrechnung seiner Kreditkarte in den Händen hielt. Schließlich will er keinen Liebeslohn vereinbart haben. Deshalb hat das Kreditkarteninstitut bei den Angeklagten nachgefragt. Was stimmt denn nun jetzt? Nach Ansicht der Ermittler reagierten diese eiskalt: Sie schrieben zehn Bestätigungsschreiben – mit einer Kopie von Fischers Unterschrift.

Drama Teil 2, Mitte Juli bis Mitte August 2009: Jetzt wird’s pikant: Die Beschuldigten aus dem Rotlichtmilieu sollen nun einen härteren Gang eingelegt haben. Beim nächsten Treffen mit Fischer in seiner Münchner Wohnung hätten die Angeklagte K. und eine in die Türkei geflohene Beschuldigte H. den Schauspieler beim eineinhalb-stündigen Besuch gefilmt, inklusive Geschlechtsakt! Wie vereinbart, soll H. den Sex-Film – mittlerweile auf CD gebrannt – nach ihrer Flucht an den Komplizen P. in die Schweiz geschickt haben. Unfassbar: Nach mehrfacher Vervielfältigung ging der Film offenbar direkt an das Kreditinstitut. Quasi als Beweismittel, dass Fischer sehr wohl Liebesdienste von den Damen empfangen habe.

Drama Teil 3, zwischen Ende August 2009 und Ende Oktober 2009: Laut Anklageschrift soll Mike P., nachdem das Kreditinstitut letztendlich kein Geld herausgab, in der Schweiz zum nächsten Schlag gegen Fischer ausgeholt haben, um doch noch ans Geld zu kommen: Der Schritt an die Medien! P. soll mit dem Angeschuldigten Wolf-Ulrich Sch. (29) von der Bild-Zeitung Kontakt aufgenommen haben – um das heikle Sex-Video zu verkaufen! In der Verlags-Cafeteria in Berlin soll der Journalist P. einen Betrag zwischen 50 000 und 100 000 Euro in Aussicht gestellt haben. Das große Geld! Die CD wurde offenbar übergeben. Auf dem von P. eröffneten Konto landeten aber nur 3500 Euro, so die Staatsanwaltschaft. Als Verwendungszweck soll Infohonorar angegeben worden sein.

Jetzt soll sich der Journalist Sch. strafbar gemacht haben: Mit Verweis auf den Besitz des Videos habe er die PR-Agentin von Fischer kontaktiert und letztendlich erreicht, dass Fischer bei drei Artikeln in der Bild-Zeitung mitwirkte. Für die Staatsanwaltschaft ist das Drohung und Nötigung zu einer Handlung!

Und tatsächlich: Kurz darauf erschien ein Artikel und ein Exklusivinterview in Deutschlands größter Boulevard-Zeitung. „Wenn dir eine sympathisch ist, verringert sich die Wachsamkeit, das Vertrauen wächst“, sagte Fischer damals. „Das sündige Treiben macht müde und Parkinson, der dich manchmal plötzlich einschlafen lässt, besorgt den Rest: Die Luft ist rein für freien Zugang zu den Kreditkarten“, so Otti Fischer weiter.

Fischer lebte im Sommer 2009 getrennt von seiner Freundin Simone, er war also Single. Doch schon beim ersten Bekanntwerden seiner Rotlicht-Affäre stand sie wieder an seiner Seite. Sie war auch dabei, als Fischer in der ARD-Talkshow Beckmann öffentlich Abbitte leistete.

Jetzt muss sich Fischer noch einmal mit seiner Rotlicht-Affäre auseinandersetzen. Eines ist klar: Der Prozess wird pikant. Zum Auftakt am Montag, 25. Oktober, erwartet das Amtsgericht großen Medienandrang.

nba

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