Müller-Brot: Das  Krisen-Baby ist da

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Jamie Oliver heißt der Sohn von Dulni und Oliver Deringer.

München - Die Pächter von Müller-Brot wissen immer noch nicht, wie es weitergeht. Oliver und Dulni Deringer haben trotzdem Grund zur Freude: Baby Jamie Oliver ist da.

Baby Jamie Oliver döst. Zufrieden sieht er aus, der elf Tage alte Bub, der so heißt wie der englische Spitzenkoch. Dass seine Eltern Oliver (42) und Dulni Deringer (28) genau jetzt, zum Zeitpunkt seiner Geburt, in der größten Krise ihres Lebens stecken, davon weiß der Kleine noch nichts.

Sein Vater dagegen kann kaum noch schlafen: „Es ist eine Riesensauerei, wie mit uns umgegangen wird“, schimpft Oliver Deringer, Pächter einer Müller-Brot-Filiale in Solln. Am Freitag sei ihm bei einer Pächterversammlung mitgeteilt worden, die Erwerbergruppe um Klaus Ostendorf habe Müller-Brot gekauft, während Klaus Ostendorf am gleichen Tag gegenüber der tz sagte, es sei noch nichts verbindlich entschieden.Deringer und die anderen Pächter der 151 Filialen, die unter Ostendorf fortgeführt werden sollen, bekamen auf der Pächterversammlung einen „Überleitungsvertrag“, in dem das Pachtverhältnis für April geregelt werden sollte. „Noch am Samstag sollten unterzeichnen.“ Aber das hat er nicht getan: „Ich unterschreib keinen Knebelvertrag, in dem steht, dass meine 15 000 Euro Kaution nicht ausgezahlt werden!“ Auch ohne Vertrag bekam er gestern Waren von Müller-Brot.

Ob und wann Klaus Ostendorf den Übernahmevertrag unterzeichnen will, ist unklar. „Es gibt bislang keinen Termin“, sagte gestern der Sprecher des Insolvenzverwalters Hubert Ampferl. Ebensowenig für eine erneute Hygienekontrolle, sagte gestern Eva Dörpinghaus vom Landratsamt Freising.

Zu dem Vorwurf von Ostendorf, die Behörden seien schuld am Tiefpunkt von Müller-Brot, da sie den Betrieb nun acht Wochen geschlossen hielten, sagte Dörpinghaus: „Es ist Aufgabe des Unternehmers, hygienische Zustände herzustellen, die die Produktion von Lebensmitteln erlauben.“

svs

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