tz-Bürgeranwalt hilft

Aus Paket lief Blut: DHL hat falsch geliefert

München - tz-Leserin Kristina Rothmeier hat einen Anruf der Polizei bekommen. Aus einem Paket, das für sie abgegeben worden ist, rann Blut. Es stank furchtbar. Der tz-Bürgeranwalt hilft.

Ich habe am 5. Dezember bei Frostfutter Plauen (Nickis Tiernahrung) gegen Vorauskasse 30 Kilogramm gefrostetes Hundefutter bestellt. Normalerweise wird das am nächsten Tag versandt und ist dann einen weiteren Tag später bei mir. Doch das Wochenende verging, ohne dass die Bestellung kam. Ich dachte mir nichts Böses, vielleicht war das Futter ja nicht auf Lager. Am Mittwoch, 12. Dezember, rief dann in der Früh die Polizei an, ich möge sofort in den Rewe-Markt am Carl-Orff-Bogen in München kommen. Da stünde ein DHL-Paket für mich, aus welchem Blut liefe, und es würde fürchterlich stinken. Es stellte sich heraus, dass es das Hundefutter war, das ich bestellt hatte. Es war tatsächlich bereits am 6. Dezember versandt worden. Angeblich hat der Austräger zweimal bei uns geklingelt und dann eine Benachrichtigung eingeworfen. Das kann aber nicht stimmen, wir waren nachweislich zu Hause, ebenso unsere Mieter.

Noch vor Ort füllte ich eine Schadensanzeige aus. Dann ging die Odyssee los. Es ging hin und her, ich sollte zwei Abtretungsanzeigen ausfüllen, hab zig Faxe und E-Mails geschrieben, aber bis heute nichts erreicht. Kein Schadenersatz, nichts. Telefonisch erreichte ich auch nichts, man sagte mir, um einen Anruf zu erhalten, müsse ich Beschwerde einreichen. Das tat ich, aber passiert ist nichts. Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie Licht in dieses Dunkel bringen könnten!

Kristina Rothmeier (70), Rentnerin aus München

Ärger wegen einer Futterlieferung: Kristina Rothmeier mit ihrer Hündin Xia

Auch für die tz war das eine langwierige Geschichte, da es zunächst hieß, Frau Rothmeier hätte ihre Rechnungen nicht eingereicht. Erst nach einigen Telefonaten konnte das Team des Bürgeranwalts klarstellen, dass vonseiten der tz-Leserin alles vorliegt, was die DHL zur Regulierung des Schadens braucht. Erwin Nier, DHL-Sprecher in München, setzte sein Team auf den Fall an und schrieb schließlich am 9. April, dass er nun das Problem habe lösen können: „Die intensiven Recherchen des Kollegen vom Kundenservice waren erfolgreich: Am Donnerstag ging ein Schreiben an Frau Rothmeier, in dem ihr der reklamierte Schaden von 72,51 Euro im Rahmen der haftungsrechtlichen Bestimmungen voll erstattet wird.“

Mit der Tatsache, dass nach den Lieferbestimmungen der DHL keine Waren in gewöhnlichen Paketen versendet werden dürfen, die nicht eine Woche lang auf der Post gelagert werden können, damit hat die tz-Leserin nichts zu tun. „Ob wir schuld sind an dem Malheur oder der Versender, werden wir mit diesem klären“, sagt Post-Sprecher Nier. Und erinnert sich an viele Fälle, in denen etwas schiefging, weil der Versender die Ware nicht gut verpackte. „Sprichwörtlich ist ja das Brautkleid, das einen Rotweinfleck bekommt, weil eine Flasche in einem anderen Paket zu Bruch geht.“ In solchen Fällen sei es kompliziert, festzustellen, wer schuld sei, sagt Nier. „Wir haften nur bei grober Fahrlässigkeit. Ansonsten muss der Versender den Schaden zahlen.“ Trotzdem sollten Kunden, deren Ware beschädigt wurde, unmittelbar beim Zusteller reklamieren, rät Nier. Die DHL recherchiere dann, wer für den Schaden aufkommt.

Susanne Sasse

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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