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Paketpost-Areal: Lokalpolitiker sind für die umstrittenen Hochhäuser

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Von: Nadja Hoffmann

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Funktionsplan: So sollen die neuen Gebäude an der Paketpost genutzt werden.
Funktionsplan: So sollen die neuen Gebäude an der Paketpost genutzt werden. © Grafik: Stadt München

Die Pläne für das neue Stadtquartier an der alten Paketposthalle waren Thema im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg. Die Lokalpolitiker haben sich in einer Stellungnahme positiv zu den beiden umstrittenen Hochhäusern geäußert. Zu der geltenden 100-Meter-Grenze in München einen Dringlichkeitsantrag für einen Ratsentscheid im Stadtrat eingereicht. Dieser wurde aber vertagt.

Ein neues Quartier mit zwei 155 Meter hohen Türmen: Die Pläne für das Areal rund um die alte Paketposthalle im Stadtteil sorgen seit Monaten für Diskussionen. Nun hat der Bezirksausschuss (BA) 9 Neuhausen-Nymphenburg eine Stellungnahme zu dem Vorhaben sowie dem entsprechenden Bebauungsplan-Entwurf verabschiedet. Und sich positiv zu den streitbaren Hochhaus-Plänen geäußert. Die Türme würden an dieser Stelle „schlüssig erscheinen“, „Lage und Formgebung“ im Zusammenspiel mit der Halle überzeugen. Zugleich begrüßt der BA, dass im Rahmen der Hochhausstudie geklärt werden soll, wo und wie Bauten über 100 Meter in der Stadt genehmigt werden können.

Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten.
Schicke Türme in München? Die Pläne für das Paketposthallen-Areal in Neuhausen sind schwer umstritten. © LHM/Herzog de Meuron

Zum Hintergrund: Im Jahr 2004 hatte sich eine Mehrheit der Münchner in einem Bürgerentscheid dafür ausgesprochen, dass Häuser nicht höher als die Türme der Frauenkirche sein dürfen. Und die messen 99 Meter. Ein solche Entscheid hat juristisch gesehen nur ein Bindung von einem Jahr. Trotzdem hat der Inhalt seitdem in München bestand.

Investor spricht sich für einen Ratsentscheid aus

Die Pläne des Investors Ralf Büschl, zwei 155 Meter hohe Türme an der Paketposthalle gegenüber der Friedenheimer Brücke zu bauen, ernten dementsprechend Kritik. Turmgegner haben erst vergangene Woche den Protestverein „HochhausStopp“ gegründet und wollen Unterschriften für ein Bürgerbegehren sammeln. Die Stadt wiederum hat Anwohner und Interessiert ein den vergangenen Wochen eingeladen, sich bei einem Bürgergutachten ein zubringen. Die Ergebnisse sollen Anfang 2022 vorliegen. Derweil sprach sich Investor Büschl dafür aus, per Ratsentscheid für Planungssicherheit zu sorgen. Der ÖDP-Dringlichkeitsantrag zu einem Ratsentscheid zum Thema 100-Meter-Grenze wurde in der Vollversammlung des Stadtrats vertagt. 

Entsteht Münchens höchster Biergarten?

Das heißt: Das prominente Vorhaben am Rande von Neuhausen wird vorerst weiter für Diskussionen sorgen. Geplant ist, dass die Paketposthalle, in der derzeit noch ein Briefverteilzentrum untergebracht ist, zum Herzstück des neuen Quartiers wird. Als Ort für Kultur und Begegnung. In den umliegenden Gebäuden sollen Wohnungen, Büros, Geschäfte, ein Hotel und Gastronomie untergebracht werden. Letzteres auf spektakuläre Weise: Auf dem Dach eines der Hochhäuser könnte Münchens höchster Biergarten entstehen.

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