Rosenkrieg vor Gericht: Pleite für angebliche Prinzessin

München - Im Rosenkrieg mit ihrem Noch-Ehemann hat eine angebliche Prinzessin am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht München den Kürzeren gezogen.

Das Gericht verfügte in einer vorläufigen Entscheidung, dass 350.000 Euro aus dem Verkauf der gemeinsamen Schwabinger Wohnung nicht freigegeben werden, sondern auf einem Konto für den Ehemann gesichert bleiben. Das Hauptsacheverfahren, das Scheidungsverfahren und die Entscheidung darüber, wer das Geld am Ende bekommt, stehen aus. Die Frau trägt die Kosten des Berufungsverfahrens.

Sie hätte besser wegkommen können: Am Montag hatte ihre Anwältin mit ihrem Mann und dessen Anwalt einen Vergleich ausgehandelt, nach dem sämtliche Konten freigegeben werden sollten. Der Ehemann hätte den Restverkaufspreis aus der Wohnung bekommen, aber zugleich ein wertvolles Gemälde mit einem möglichen Wert von sieben Millionen Euro an sie zurückgegeben.

Die ganze Geschichte hört sich wie ein Drehbuch an: Der promovierte Jurist hatte die angebliche Prinzessin aus einem italienischen Adelsgeschlecht per Internet kennengelernt. Die Hochzeit – gegen den Willen eines angeblichen Onkels mit Verbindungen zur Mafia – fand in Las Vegas statt. Er habe aufgrund einer Vielzahl von Antiquitäten, Siegeln und Ballkleidern, aber auch ihres Auftretens keine Zweifel an der Herkunft der Frau gehabt, gab der Jurist später an. Schnell schenkte er seiner Angetrauten alles, was er besaß. Zuerst die millionenschwere Schwabinger Wohnung, dann rund 650 000 Euro Bargeld und schließlich überschrieb er ihr sein Erbe, auch für den Fall einer Scheidung. Schon bald landete der Fall vor Gericht. Denn nun wollte der Mann wenigstens einen Teil seines Vermögens retten. Da erste Raten aus dem Wohnungsverkauf bereits auf ein Liechtensteiner Konto der Frau gegangen waren, beantragte er, das restliche Geld einzufrieren. Er habe die Schenkungen nur getätigt wegen der Drohungen des gefährlichen Onkels in Italien, argumentiert er vor Gericht.

Die Frau hingegen behauptete, sie habe die Geschenke als Wiedergutmachung für einen Seitensprung bekommen, wie der Vorsitzende Richter am Oberlandesgericht, Karl Peter Puszkajler, das komplizierte Beziehungsgeflecht erklärte. Nicht ganz geklärt blieb letztlich die Rolle des Adoptivvaters der Frau, eines ehemaligen Ministerialrats in der Staatskanzlei, in diesem Rosenkrieg.

dpa

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