Pannen-Tage bei der S-Bahn

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Stockfinster war es am Mittwoch um 12 Uhr mittags an den S-Bahnsteigen im Hauptbahnhof. Lediglich die Notlampen brannten

München - Für die Münchner S-Bahn-Pendler ist es keine gute Woche. Nachdem bereits am Dienstag mehrere Betriebsstörungen für Chaos gesorgt hatten, ging es am Mittwoch genauso weiter: die Pannen-Serie.

Weil die Stammstrecke kurze Zeit blockiert war, konnten einige Züge gar nicht fahren. Viele S-Bahnen hatten bis mittags Verspätungen bis zu 20 Minuten. Als die Züge dann planmäßig fuhren, kam es auch noch zu einem totalen Stromausfall im ­S-Bahn- und im Zwischengeschoss. Reisende mussten im Dunkeln aussteigen. Der Blackout dauerte allerdings nur kurze Zeit.

Karl-Heinz Dix

Blackout am Hauptbahnhof

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Hauptbahnhof stockdunkel

Das hat es am Münchner Hauptbahnhof noch nicht gegeben: Ein fast totaler „Blackout“ im S-Bahngeschoß und im darüber liegenden Stockwerk sorgte Mittwoch Mittag für minutenlange Dunkelheit. Viele Reisende waren geschockt.

tz-Leserin Amalie L. (58) fuhr kurz vor zwölf mit der S 8 am Hauptbahnhof ein: „Ich wusste nicht, was los war. Ich dachte zuerst, der Zug steht noch im Tunnel, dann gingen die Türen auf.“ Auf dem Bahnsteig brannten zunächst nur die grünschimmernden Lampen der Rettungswege, die über Extra-Batterien unabhängig von der normalen Stromversorgung sind und auch bei Stromausfall brennen.

Als die tz-Leserin im Zwischengeschoss war, leuchtete dort bereits die Notbeleuchtung. Vom Stromausfall waren offensichtlich nur die Reisenden weniger Züge betroffen, da nach dem Ausfall innerhalb kurzer Zeit (laut Bahn eine Minute, laut Leserin zwei bis drei Minuten) die Notbeleuchtung in beiden Geschossen anging, die von einem Notstromaggregat versorgt wird, das sofort ansprang.

Die S-Bahn-Züge selbst waren vom Energieausfall nicht betroffen, da sie an einem eigenen Bahnstrom-Netz hängen. Die Ursache für den Ausfall ist noch ungeklärt. Offensichtlich ist eine Hauptsicherung ausgefallen. Nachdem diese wieder reaktiviert wurde, funktionierte die Beleuchtung wieder ganz normal.

Der gesamte Ausfall der normalen Stromversorgung dauerte nach Angaben einer Bahnsprecherin maximal zehn Minuten.

S-Bahn bleibt auf Gleis liegen

Eine S 3 von Mammendorf nach Deisenhofen sorgte Mittwoch früh gegen 5.05 Uhr wegen eines Software-Defektes auf der Stammstrecke stundenlang für Verspätungen und Zugausfälle. Der Zug hatte mehr als 40 Minuten lang ein Gleis blockiert.

Grund: Der Lokführer bekam am Hauptbahnhof vom hintersten der drei Zugteile aufgrund einer Panne keine Fahrzeugdaten mehr angezeigt. Aus Sicherheitsgründen wurde dadurch automatisch eine Fahrzeugsperre aktiviert. Der Lokführer konnte nicht mehr wegfahren. Erst als ein zweiter Lokführer eingetroffen war, konnte der hinterste Zugteil abgekoppelt werden. Beide Züge wurden dann hintereinander ins Betriebswerk gefahren.

Während der Blockade hatte die S-Bahn die Linien auf ein Notprogramm umgestellt, bei dem die S 1, S 2 West, S 6 und S 7 am Hauptbahnhof, die S 2 Ost, die S 4 Ost und die S 3 Ost am Ostbahnhof wendeten. Die S 3 West fuhr bis Pasing, die S 8 West bis zur Donnersbergerbrücke und die S 4 West bis Heimeranplatz. Leider funktionierte das Notprogramm so schlecht, dass es zu Zugausfällen und bis mittags zu erheblichen Verspätungen kam.

 

Das Stellwerk streikt

Am Pannen-Dienstag verteilten sich die S-Bahn-Störungen relativ gleichmäßig über den Tag: Gegen 8.15 Uhr fiel das Stellwerk Unterföhring zuerst teilweise und dann komplett aus, sodass Weichen und Signale zwischen Flughafen und Ostbahnhof nicht mehr gestellt werden konnten: Zwischen Berg am Laim und Flughafen wurde ein Bus-Notverkehr eingerichtet. Nach mehr als einer Stunde hatte die Bahn das defekte Bauteil im Stellwerk ausgetauscht.

Gegen Mittag kam es auf der S 4 zwischen Buchenau und Grafrath zu einem Personenunfall mit Notarzteinsatz, sodass die Strecke längere Zeit gesperrt war.

Am frühen Abend führte dann der Fehlalarm eines Feuermelders im Tunnelgeschoss des Hauptbahnhofs zu Verspätungen und Zugausfällen im gesamten S-Bahn-Netz.

 

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